<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gen-Power &#8211; Gen-Gesundheit</title>
	<atom:link href="https://gen-gesundheit.org/Beitr%c3%a4ge/gen-power/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://gen-gesundheit.org</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 01 Jul 2020 13:08:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.4.1</generator>
	<item>
		<title>Gene oder Umwelt: Was prägt die Persönlichkeitsentwicklung?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/gene-oder-umwelt-was-praegt-die-persoenlichkeitsentwicklung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2020 13:52:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Gene]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vererbung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=1155</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder &#8220;Wie der Vater so der Sohn&#8221; – diese und weitere Redewendungen fallen,...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/gene-oder-umwelt-was-praegt-die-persoenlichkeitsentwicklung/">Gene oder Umwelt: Was prägt die Persönlichkeitsentwicklung?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder </strong><strong>&#8220;Wie der Vater so der Sohn&#8221; – diese und weitere Redewendungen fallen, wenn zwischen Eltern und Kindern große Ähnlichkeiten festgestellt werden. Schon lange versuchen Wissenschaftler herauszufinden, wie uns die Erbanlagen der Eltern prägen. Beim Aussehen ist das nicht schwer nachzuvollziehen. Auch beim Thema Krankheiten hat die Wissenschaft große Fortschritte gemacht. Doch trifft das auch auf die Persönlichkeitsentwicklung zu? Hier sind sich die Forscher uneinig. </strong></p>
<figure id="attachment_1159" aria-describedby="caption-attachment-1159" style="width: 233px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Forscherin.jpg"><img class="wp-image-1159" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Forscherin-200x300.jpg" alt="" width="233" height="350" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Forscherin-200x300.jpg 200w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Forscherin-768x1152.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Forscherin-683x1024.jpg 683w" sizes="(max-width: 233px) 100vw, 233px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1159" class="wp-caption-text">© Photo by National Cancer Institute on Unsplash</figcaption></figure>
<p>Dank <a href="https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/">wissenschaftlicher Untersuchungen</a> wissen wir heute: bei der menschlichen Fortpflanzung werden von jedem Elternteil je 23 Chromosomen an das Kind weitergegeben. Chromosomen sind Bestandteile von Zellen, auf denen die für die Vererbung von Eigenschaften notwendigen Erbinformationen gespeichert sind. Sie bestimmen unter anderem, wie wir aussehen und welche Krankheiten bei uns ausbrechen könnten. Von vielen Genen sind mittlerweile Rolle und Funktion für Körperbau und Stoffwechsel bekannt. Die Forschung macht auf diesem Gebiet weiter große Fortschritte. Doch haben Gene auch etwas mit der Entwicklung unserer Persönlichkeit zu tun? Werden Charaktereigenschaften vererbt oder spielen Gene hier eine eher untergeordnete Rolle?</p>
<h2><strong>Persönlichkeitstheorien: Keine Einigkeit unter Wissenschaftlern</strong></h2>
<p>Wie unsere Persönlichkeitsmerkmale in der frühen Kindheit entstehen und wie sie sich auch im mittleren und höheren Lebensalter, sprich über die ganze Lebensspanne, verändern können, ist ein wichtiges Thema der Entwicklungspsychologie. Wichtige Beiträge kommen aus verschiedenen Forschungsgebieten wie der Humangenetik, der Entwicklungsbiologie des Menschen, der Ethnologie, der Psychologie und der Epigenetik.</p>
<p>Bis heute existiert keine eindeutige Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, die alle vielfältigen Einflüsse berücksichtigt – dazu gehören einerseits das Zusammenwirken der angeborenen oder früh erworbenen Unterschiede der Persönlichkeit, andererseits die zahlreichen Einflüsse von Umwelt, Erziehung oder Sozialisation.</p>
<h2><strong>Zwillingsforschung: Hinweise auf genetische Komponente</strong></h2>
<p>Studien an eineiigen Zwillingen waren und sind bis heute die bedeutsamste Möglichkeit, der Frage nach Anlage und Umwelt auf den Grund zu gehen – oder der Antwort zumindest einen Schritt näher zu kommen. Bereits vor dem zweiten Weltkrieg hat man mit Längsschnitt-Untersuchungen begonnen. Als Längsschnittstudie beschreibt man eine empirische Studie, die mehrmals hintereinander durchgeführt wird und bei der ein Vergleich der Ergebnisse stattfindet. Dabei wurden Zwillingspaare in ihrer Entwicklung ein ganzes Leben lang beobachtet und mit verschiedenen Testverfahren untersucht. Eineiige Zwillinge sind ideale &#8220;Versuchsobjekte&#8221;, um Umwelteinflüsse auf die Ausprägung des Erbguts zu untersuchen – schließlich besitzen sie eine identische genetische Ausstattung.</p>
<p>Viele Zwillingsstudien legen nahe, dass Gene ebenfalls Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben. So auch die Untersuchung von Dr. Tom Bouchard von der University of Minnesota (USA) aus dem Jahre 1990. Untersucht wurden Persönlichkeitsmerkmale von eineiigen Zwillingen, die getrennt voneinander aufgewachsen sind – sprich verschiedenen Umweltfaktoren ausgesetzt waren. Sehr oft entwickeln die Testpersonen trotzdem sehr ähnliche Persönlichkeitsstrukturen und Vorlieben.</p>
<p>Befunde bei krankhaften Persönlichkeitsveränderungen, zum Beispiel bei der Schizophrenie, lassen ähnliche Rückschlüsse zu. Erkrankt ein Zwilling, besteht beim anderen Zwilling ein 50-prozentiges Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Demnach scheinen sowohl die genetische Ausstattung als auch Umweltfaktoren eine Rolle zu spielen.</p>
<h3>Älteste Zwillingsstudie</h3>
<figure id="attachment_1157" aria-describedby="caption-attachment-1157" style="width: 449px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Zwillinge.jpg"><img class="wp-image-1157" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Zwillinge-300x169.jpg" alt="" width="449" height="253" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Zwillinge-300x169.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Zwillinge-768x432.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2020/05/Zwillinge-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 449px) 100vw, 449px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1157" class="wp-caption-text">© Photo by billow 926 on Unsplash</figcaption></figure>
<p>Zu anderen Ergebnissen kommen Professor Ernst Hany und Dr. Ulrich Geppert vom Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung in München. Sie betreuen eine der ältesten Längsschnittstudien an Zwillingen und untersuchten mehrere hundert Geschwisterpaare. Die Forscher führten die Beobachtungsstudien des Göttinger Psychologen Kurt Gottschaldt aus dem Jahre 1965 weiter, die dieser an 90 eineiigen und zweieiigen Zwillingen auf die Insel Norderney vornahm.</p>
<p>Ihre bisherigen Daten weisen darauf hin, dass kognitive Fähigkeiten wie die Intelligenz zu etwa 60 bis 70 Prozent den Genen zugrunde liegen. Wenn es aber um Persönlichkeitseigenschaften geht, sieht das anders aus: Lediglich 30 bis 40 Prozent unserer Persönlichkeit würde ihren Ergebnissen nach auf den Genen beruhen. Die Einflüsse der Umwelt würden eine weitaus größere Bedeutung bei der Persönlichkeitsentwicklung haben. Unsere Einstellungen, moralischen Werte und auch politischen Überzeugungen seien hauptsächlich durch unser soziales Umfeld geprägt.</p>
<p>Weitere Forschungsergebnisse zeigen, dass genetische Veranlagung und Umwelt in verschiedenen Lebensphasen eine unterschiedliche Bedeutung haben. Während wir in der Kindheit eher durch die Umwelt beeinflusst werden, zum Beispiel durch Geschlechterrollen, wird unser Verhalten als Erwachsener stärker von den Genen geprägt. Erst im fortgeschrittenen Alter spielen Umwelteinflüsse wieder eine größere Rolle.</p>
<h2>Fazit: Weitere Forschung notwendig</h2>
<p>Schlussendlich ist also noch nicht zweifelsfrei geklärt, wie genau sich unser Charakter entwickelt und wodurch er beeinflusst wird. Sicher ist aber, dass es viele Faktoren gibt, die in einem komplexen Zusammenspiel Einfluss darauf nehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/gene-oder-umwelt-was-praegt-die-persoenlichkeitsentwicklung/">Gene oder Umwelt: Was prägt die Persönlichkeitsentwicklung?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Zelltod: Aktuelle Forschung und Ausblick</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/der-zelltod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2020 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=958</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine ganze Menge von Forschungen, die versuchen, das Rätsel des Zelltodes, also unsere natürliche Zerfallsprogrammierung, zu lösen. Auch...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/der-zelltod/">Der Zelltod: Aktuelle Forschung und Ausblick</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt eine ganze Menge von Forschungen, die versuchen, das Rätsel des Zelltodes, also unsere natürliche Zerfallsprogrammierung, zu lösen. Auch hier spielen die epigenetischen Schalter eine wesentliche Rolle. Wenn wir älter werden, lassen die Zellaktivitäten nach, das <a href="https://gen-gesundheit.org/starkes-immunsystem-gesund-durch-die-kalte-jahreszeit/">Immunsystem</a> wird anfälliger, wir erkranken. Entzündungsprozesse nehmen in der Folge zu, wozu auch die krebstechnische Entartung einer Zelle gehört. Wir sterben zum Schluss an einer generellen „chronischen Entzündung“.</strong></p>
<p>Wissenschaftler vermuten daher, dass die Langlebigkeitsgene sich in den Stellen der DNA verstecken, die die Proteine der Immunabwehr steuern. Eine besondere Rolle spielt dabei die Telomerase. Bei jeder Duplizierung verkürzt sich der DNA-Strang ein wenig. Die Telomerase schließt sich wie eine Schutzkappe um die jeweiligen DNA-Enden und ersetzt fehlende Basen. Dadurch bleibt die DNA länger teilungsfähig und damit auch die ganz Zelle. Im Reagenzglas konnte man bereits den Alterungsprozess von Zellen durch die gezielte Gabe des Enzyms stoppen. Wir sind jedoch weit davon entfernt, dies auch für den menschlichen Organismus einsetzen zu können.</p>
<figure id="attachment_959" aria-describedby="caption-attachment-959" style="width: 223px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher.jpg"><img class="wp-image-959" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-200x300.jpg" alt="" width="223" height="335" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-200x300.jpg 200w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-768x1152.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-683x1024.jpg 683w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a><figcaption id="caption-attachment-959" class="wp-caption-text">© Drew Hays / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Forschung zum Zelltod<br />
</strong></h2>
<p>Der Ansatz ist verheißungsvoll und erschreckend zugleich! Wie gut die Telomeraseproduktion im Körper verläuft, obliegt einzig und allein unseren epigenetischen Systemen und den vorhandenen genetischen Voraussetzungen. Insbesondere der Einfluss von Dauerstress, echtem oder nur selbst empfundenem, wirkt sich nachweislich auf die Telomerasekonzentration aus. Es gibt weitere Stoffe, die die Produktion der Telomerase fördern oder deren Abbau reduzieren. Dazu gehören das den Blutzucker regulierende Gen IGF1 sowie das für die Insulinempfindlichkeit maßgebliche Gen FOXA3A. Ein niedriger Insulinpegel spricht statistisch für ein längeres Leben.</p>
<p>Ebenfalls wichtig ist das Protein Sirtuin, das sich um die Telomerase legt, an den Histonschwänzen andockt und sie durch den Abbau von aggressiven Acetylgruppen vor ungewolltem Zugriff schützt. Eine besonders charmante Form der Lebensverlängerung wird dem Rotwein nachgesagt, der die Substanz Reservatol enthält, die wiederum positiv auf die Produktion von Sirtuin wirken soll. So ganz genau kennt man den Zusammenhang noch nicht – ist aber auch ganz egal, denn der Rotwein schmeckt hoffentlich auch so, natürlich in Maßen! Egal für was und wie man sich entscheidet, das Alter bietet viele schöne Seiten.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/der-zelltod/">Der Zelltod: Aktuelle Forschung und Ausblick</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Welchen Einfluss hat unsere Ernährungsweise auf unsere Nachkommen?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/einfluss-ernaehrungsweise-auf-unsere-nachkommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2019 08:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=852</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unser Genom ist in seiner Substanz und seinem Umfang erst einmal festgelegt. Damit sind unsere maximalen Möglichkeiten und Grenzen definiert....</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/einfluss-ernaehrungsweise-auf-unsere-nachkommen/">Welchen Einfluss hat unsere Ernährungsweise auf unsere Nachkommen?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Genom ist in seiner Substanz und seinem Umfang erst einmal festgelegt. Damit sind unsere maximalen Möglichkeiten und Grenzen definiert. Umgangssprachlich formuliert: Aus einem Ackergaul macht man kein Rennpferd! Aber ob es ein gesunder, dicker oder dünner, langsamer oder schneller Ackergaul wird, das liegt in der Macht der Epigenome, und diese können wir durch unser Handeln beeinflussen. </strong></p>
<p>Viele Substanzen, die wir über unsere Umwelt zu uns nehmen, haben einen Einfluss auf unsere genetischen Aktivitäten. Angefangen bei der Luft und unserer Nahrung über unser Wasser bis hin zur Umgebung selbst. Über all diese Medien nehmen wir Dinge in unseren Körper auf, die dort erwünschte und unerwünschte Wirkungen haben.</p>
<figure id="attachment_853" aria-describedby="caption-attachment-853" style="width: 294px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Biene.jpg"><img class="wp-image-853 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Biene-211x300.jpg" alt="" width="294" height="418" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Biene-211x300.jpg 211w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Biene-768x1091.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Biene-721x1024.jpg 721w" sizes="(max-width: 294px) 100vw, 294px" /></a><figcaption id="caption-attachment-853" class="wp-caption-text">© David Clode / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Nahrung kann den Organismus verändern</strong></h2>
<p>Dass Nahrung den Organismus stark verändern kann, und damit meine ich nicht nur die Fettansammlung an Bauch und Hüften, sondern bezogen auf die genetischen Faktoren, zeigen zahlreiche Beispiele in der Natur.</p>
<p>Die Ammenbienen füttern mit einem Sekret aus ihren Kopfdrüsen, genannt Gelée royale, nur ganz bestimmte Larven. Dieses Gelee enthält eine Mixtur aus Fruchtzuckern, Eiweißen, Aminosäuren, Vitaminen und Folsäure. Die anderen Larven erhalten nur Pollen und Nektarsaft. Durch die gezielte Verfütterung entstehen aus den ersten Larven die Bienenköniginnen und aus dem Rest die anderen unterschiedlichen Bienentypen eines solchen Volkes. Man könnte das so hinnehmen und sagen, dass sich die Wirkung wohl durch die bessere Nahrung ergeben hat. Doch 2008 konnten Wissenschaftler an der australischen Uni in Canberra erstmals nachweisen, dass durch die Gabe von Gelée royale gezielt bestimmte Gene freigeschaltet werden. In einem Versuch ohne diesen Natursaft griffen sie gezielt mittels eines Enzyms in den Methylierungsprozess der Bienen-DNA ein und erzeugten auf diese Weise Königinnen am Fließband.</p>
<h2><strong>Die Lebensweise der Mutter prägt ihr Baby entscheidend</strong></h2>
<p>In Bezug auf unsere Nahrungsweise trifft die alte Bauernregel zu: <a href="https://gen-gesundheit.org/gute-vorsaetze-neues-jahr-alter-trott-acht-einfache-tipps-fuer-ein-gesundes-neues-jahr/">Du bist, was du isst!</a> Das beginnt bereits im Mutterleib. Von der ersten Sekunde der Verschmelzung der Keimzellen und der darauffolgenden Differenzierung werden durch die Auswahl der Nahrung der Mutter epigenetische Schalter gesetzt.</p>
<p>Werden Embryos während der Austragungszeit extrem schlecht mit Nahrung versorgt, was etwa bei Mangelzeiten in Entwicklungsländern heute überall auf der Welt passiert, so werden diese Kinder überdurchschnittlich oft an Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Übergewicht leiden. Je früher in der Entwicklungszeit der Mangel entsteht, desto höher sind die Auswirkungen auf den Fötus und dessen späteres Leben. Eindeutig nachweisen konnte dies der Molekularepidemiologe B. Heijmans in einer Studie an Probanden, die in einer der kriegsbedingten Hungersnöte in Holland gezeugt oder geboren wurden. Noch 60 Jahre danach konnte man an dem Gen für den insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF-2 veränderte Methylierungsstrukturen im Vergleich zu einer normal ernährten Kontrastgruppe feststellen. IGF-2 steuert als Botenstoff zentrale Wachstumsprozesse bei der frühkindlichen Entwicklung. Dieses Gen war also bei den Hungerkindern statistisch erfassbar blockiert.</p>
<figure id="attachment_854" aria-describedby="caption-attachment-854" style="width: 393px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Burger.jpg"><img class="wp-image-854" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Burger-300x200.jpg" alt="" width="393" height="262" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Burger-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Burger-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Burger-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 393px) 100vw, 393px" /></a><figcaption id="caption-attachment-854" class="wp-caption-text">© Haseeb Jamil / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Viele weitere Untersuchungen belegen eindeutig die negative Wirkung von Nikotin, Alkohol und sogar Koffein auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Alkohol gelangt in der gleichen Blutkonzentration wie bei der Mutter zum Fötus, und leider kann er den Alkohol nur 25-mal langsamer abbauen, da sein Enzymhaushalt noch nicht richtig ausgeprägt ist. Es gibt also keine Entschuldigung, nach dem Motto: Nur ein Glas Sekt oder nur mal eine Zigarette. Bereits kleinste Dosen dieser Gifte haben Einfluss auf die Genstruktur und damit auf das ganze zukünftige Leben des Ungeborenen!</p>
<h2><strong>Hang zum Übergewicht kann angeboren sein</strong></h2>
<p>Doch noch einmal zurück zur Ernährung. Zukünftige Fettleibigkeit von Kindern wird also nicht nur durch Mangelernährung erzeugt, auch die Essgewohnheiten der Mutter während der Schwangerschaft übertragen sich durch epigenetische Mechanismen auf das Kind. Man konnte sogar nachweisen, dass die Enkel von Großeltern, die vor der Pubertät zu viel und zu ungesund gegessen hatten, eher einen Herzinfarkt bekommen. Epigenetische Prägungen scheinen also sogar über eine Generation hinweg vererbt worden zu sein. Zunehmend werden daher dickere, also vom Normalmaß abweichende Kinder geboren, deren Wahrscheinlichkeit, an dem metabolischen Syndrom (Übergewicht, Diabetes 2, Herzinfarkt, Schlaganfall) zu erkranken, wesentlich höher ist.</p>
<p>Ebenfalls entscheidend sind die ersten Lebensmonate. Werden in der Zeit die Kinder weiter überfüttert, ist auch ihr Schicksal vorprogrammiert. Hier gilt die alte Regel, dass das normale Stillen ein ausgezeichnetes Gleichgewicht darstellt und eine Überfütterung nicht möglich ist. Das Risiko gestillter Kinder, an Übergewicht zu erkranken, ist 30 Prozent niedriger als das der Flaschenkinder!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/einfluss-ernaehrungsweise-auf-unsere-nachkommen/">Welchen Einfluss hat unsere Ernährungsweise auf unsere Nachkommen?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Hormone unseren Körper beeinflussen?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/wie-hormone-unseren-koerper-beeinflussen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2019 07:50:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Hormone]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensweise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=974</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ohne sie können wir nicht überleben: Hormone. Die biochemischen Botenstoffe steuern lebenswichtige Körperfunktionen wie Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Wie beeinflussen...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/wie-hormone-unseren-koerper-beeinflussen/">Wie Hormone unseren Körper beeinflussen?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ohne sie können wir nicht überleben: Hormone. Die biochemischen Botenstoffe steuern lebenswichtige Körperfunktionen wie Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Wie beeinflussen Hormone unseren Körper noch?</strong></p>
<p>Der Name leitet sich von dem griechischen Wort horman (antreiben, in Bewegung setzen) ab. Hormone sind Botenstoffe, die von Drüsen, z. B. der Bauchspeicheldrüse, produziert und ins Blut abgegeben werden. Von dort transportiert unser Körper sie an den Ort ihres Wirkens. Hormone agieren nur dort, wo die Zellen mit genau den passenden Rezeptoren auf sie warten.</p>
<h2><strong>Wie Hormone unseren Körper steuern</strong></h2>
<figure id="attachment_977" aria-describedby="caption-attachment-977" style="width: 350px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron.png"><img class="wp-image-977 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron-300x241.png" alt="" width="350" height="281" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron-300x241.png 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron-768x617.png 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron-1024x823.png 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Testosteron.png 1920w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption id="caption-attachment-977" class="wp-caption-text">© mariolayaquerevalu/ Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Hormone regeln alles in unserem Körper, angefangen vom Wachstum und der Regelung des Körperhaushaltes über Realitätswahrnehmung und Gefühle bis hin zur Schwangerschaft. Man unterscheidet zwei Sorten von Hormonen, je nach ihrer Bauweise. Die Peptidhormone bestehen hauptsächlich aus Eiweißen, die Steroidhormone aus Fetten. Ohne diese  beiden passiert in unserem Körper gar nichts. Unsere gesamte Gefühlswelt, jede Erinnerung besteht aus einem Cocktail von Hormonen, die in unserem chemischen Gedächtnis gespeichert sind. Schmetterlinge im Bauch sind zum Beispiel eine Mischung von Endorphinen und Adrenalin, die besonders das Nervengeflecht im Bauchraum anregt. Dort liegt der Solarplexus, auch das Sonnengeflecht genannt. Ein autonomes Geflecht sympathischer und parasympathischer Nerven, die auch das wichtige „Bauchgefühl“ bei einer Entscheidung erzeugen.</p>
<p>Auch Suchterscheinungen basieren auf ähnlichen emotionalen Hormonmischungen – und  da unser chemisches Gedächtnis das Suchterlebnis als schön einstuft und gerne noch mehr hätte, erhöht es das Verlangen danach. Zudem muss es meistens auch noch ein bisschen mehr als vorher sein, denn die entsprechenden Rezeptoren brauchen immer einen noch höheren Reiz für das gleiche Gefühlsniveau.</p>
<h2><strong>Was sind Neurotransmitter?</strong></h2>
<p>Wenn man über Hormone spricht, taucht oft der Begriff Neurotransmitter auf. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, welche die Information von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Die Nervenzellen sind über Knotenpunkte, die sogenannten Synapsen, miteinander vernetzt. In die Synapse eintreffende elektrische Impulse (Aktionspotenziale) veranlassen die Ausschüttung der chemischen Botenstoffe aus ihren Speicherkammern, den synaptischen Vesikeln. Wohin, wie schnell und in welcher Stärke der Impuls weitergeleitet wird, entscheiden einzig und allein die Neurotransmitter. Die Transmitter werden nach ihrer Ausschüttung auf verschiedene Weise deaktiviert, rückgespeichert und/oder abgebaut. Das ist z. B. ein Ansatzpunkt bei Angsterkrankungen, wenn versucht wird, medikamentös den Erregungszustand betroffener Personen zu senken.</p>
<figure id="attachment_976" aria-describedby="caption-attachment-976" style="width: 482px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Alkohol.jpg"><img class="wp-image-976 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Alkohol-300x169.jpg" alt="" width="482" height="271" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Alkohol-300x169.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Alkohol-768x432.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/08/Alkohol-1024x575.jpg 1024w" sizes="(max-width: 482px) 100vw, 482px" /></a><figcaption id="caption-attachment-976" class="wp-caption-text">© Roberto Carlos Roman / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Der wichtigste erregende Transmitter im zentralen Nervensystem (ZNS) ist Glutamat. Haben wir davon nicht schon mal gehört, aber wohl eher beim Essen?  Aminobuttersäure (GABA) und Glycin sind dagegen hemmende Transmitter im ZNS. Andere bekannte Transmitter sind Noradrenalin oder Acetylcholin, Dopamin und Serotonin.</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>&#8211; Hormone sind Botenstoffe, die entweder aus Eiweißen oder Fetten bestehen</p>
<p>&#8211; Sie werden von Drüsen produziert und ins Blut abgegeben</p>
<p>&#8211; Hormone sind für die Steuerung fast aller Funktionen des Körpers zuständig, bestimmen unsere Gefühlswelt und die Realitätswahrnehmung</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/wie-hormone-unseren-koerper-beeinflussen/">Wie Hormone unseren Körper beeinflussen?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vererbte Instinkte: Wie wirken sich Triebe auf unsere Fähigkeiten und Eigenschaften aus?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/vererbte-instinkte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=836</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/vererbte-instinkte/">Vererbte Instinkte: Wie wirken sich Triebe auf unsere Fähigkeiten und Eigenschaften aus?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die Umwelt auf diese hat. Dass dort vieles im Fluss ist, zeigen die neuen Erkenntnisse der Epigenetik. Diese erforscht, wie Umwelteinflüsse innerhalb der genetischen Strukturen Veränderungen schaffen können, ohne das Genom in sich zu verändern. </strong></p>
<p>Je länger ich mich mit den Recherchen zu diesem Thema beschäftigt habe, desto mehr Quellen weisen darauf hin, dass es keine monokausalen Zusammenhänge gibt, das wäre ja auch zu einfach, sondern eher eine Vermengung von festen und variablen Determinaten, die unser Sein und Handeln bestimmen.</p>
<h2><strong>Welchen Einfluss haben Instinkte auf unser Handeln?</strong></h2>
<p>Nach der Definition der Verhaltensforschung (Ethologie) sind Instinkte angeborene, zweck- und zielgerichtete, überdauernde artspezifische Bewegungs- und Verhaltensmuster. Diese sind im Laufe von Jahrmillionen Jahren durch den natürlichen Selektionsprozess entstanden: Was zum besseren Überleben der Spezies beiträgt, überlebt. Bekannte Größen wie Sigmund Freud, C. L. Hull, Konrad Lorenz und William McDougall haben prägende Forschungen in diesem Feld hinterlassen. Der britische Psychologe McDougall definiert den Instinktbegriff wie folgt:</p>
<figure id="attachment_838" aria-describedby="caption-attachment-838" style="width: 498px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg"><img class="wp-image-838" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg" alt="" width="498" height="332" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg 1920w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></a><figcaption id="caption-attachment-838" class="wp-caption-text">© Manfred Antranias Zimmer / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>„Wir definieren einen Instinkt als eine ererbte oder angeborene psychophysische Disposition, die dafür verantwortlich ist, dass ihr Besitzer Objekte einer bestimmten Klasse wahrnimmt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt [kognitiver Teilprozess], im Falle der Wahrnehmung eines solchen Objekts eine emotionale Erregung ganz bestimmter Qualität erlebt [affektiver Teilprozess] und in Bezug auf [das Objekt] in ganz bestimmter Weise handelt oder zumindest den Impuls zu einer solchen Handlung [motivationaler Teilprozess] erlebt.“ McDougall (Introduction to Social Psychology, 31. Auflage, 1960, S. 59)</p>
<p><strong>Funktion von Instinkten nach McDougall:</strong></p>
<ul>
<li>Durch die der Situation angemessene Aktivierung bestimmter Handlungsimpulse werden Handlungen motiviert, die sich in der Evolution als wiederkehrende Anpassungsprobleme erwiesen haben (z. B. Flucht bei Gefahr).</li>
<li>Instinkte sind primäre Antriebe für alle Handlungen!</li>
<li>„Die Instinkte sind direkt oder indirekt die primären Antriebsquellen jeder menschlichen Tätigkeit. … Der komplexe intellektuelle Apparat selbst der höchstentwickelten Psyche ist nur ein Mittel zu diesen Zielen, ist bloß das Instrument, durch das diese Impulse ihre Befriedigung zu erlangen suchen …“ McDougall (1960, S. 59)</li>
</ul>
<h2><strong>Wo sind die Instinkte anatomisch angesiedelt? </strong></h2>
<p>McDougall vermutet den zentralen Teil des Instinktmechanismus in den Basalganglien des Gehirns, die dann die Verteilung derjenigen Nervenimpulse, die die Tätigkeit der viszeralen (= inneren) Organe, wie Herz, Lunge, Blutgefäße usw. so beeinflussen, wie es für die möglichst effektive Ausführung einer Instinkthandlung notwendig ist. Man könnte sich das wie eine Festverdrahtung beim Computer vorstellen. Eben ein Programm, das schon von Geburt an vorhanden ist und sich nicht mehr löschen lässt.</p>
<h2><strong>Welche Instinkte gibt es und welche sind im Menschen am stärksten ausgeprägt?</strong></h2>
<p>Laut McDougall besitzt der Mensch sieben Hauptinstinkte:</p>
<ul>
<li>Fluchtinstinkt (Furcht),</li>
<li>Abwehr (Ekel),</li>
<li>Neugier (Staunen),</li>
<li>Kampfinstinkt (Zorn),</li>
<li>Selbstbehauptung (positives Selbstgefühl),</li>
<li>Selbsterniedrigung (negatives Selbstgefühl),</li>
<li>Pflegeinstinkt (Fürsorglichkeit).</li>
</ul>
<p>Es gibt viele Theorien, welcher Instinkt beim Menschen am stärksten ausgeprägt ist.  So meint Darwin in seiner Evolutionstheorie, dass das Mitgefühl an erster Stelle stünde. Zu dem Bereich Gefühl gehören natürlich auch Expressionen wie Liebe, Hass, Mutter- und Vatergefühle sowie die Fürsorge.</p>
<p>Andere Wissenschaftler halten den Selbsterhaltungstrieb für den stärksten. Auch der Geschlechtstrieb wird von vielen Wissenschaftlern als einflussreichster Hauptinstinkt angesehen. Er sichert das Überleben der Rasse durch eine möglichst hohe Reproduktionsquote (Nachkommen pro Zeiteinheit). Die Geschichte gibt den Befürwortern der Theorie Recht: Denn in der Geschichte der Natur und der Menschheit haben insbesondere die Arten überlebt, die in der Lage waren, sich möglichst schnell fortzupflanzen und für die bessere Ernährung der Nachkommen zu sorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/vererbte-instinkte/">Vererbte Instinkte: Wie wirken sich Triebe auf unsere Fähigkeiten und Eigenschaften aus?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gen-Analyse: Chancen und Visionen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=842</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/">Gen-Analyse: Chancen und Visionen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher suchen lassen würde. In einer gewaltigen, konzertierten Aktion begannen ab 1990 Forscher, sich an die Dechiffrierung des individuellen Gencodes zu machen und damit das letzte Geheimnis des Menschen zu lüften.</strong></p>
<p>Ziel war es, alle Gene auf der DNA zu analysieren, herauszufinden, wo ein Gen anfängt, wo es aufhört, und welche Aufgabe es erfüllt. Die weitere Vision war es, Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu reparieren. So wetteiferten Wissenschaftler auf der ganzen Welt, das Rätsel der genetischen Information zu entwirren. Dies war ein nicht ganz billiges Unterfangen. So kostete 1985 die Sequenzierung, also das Ablesen der einzelnen Bausteine, etwa 1 Dollar pro nachweisbarem Nukleotid. Heute machen das Analyseroboter zu einem Preis von unter einem Cent und in wesentlich kürzerer Zeit. Die Gier nach Ruhm und Profit ließ die Gelder sowohl der staatlichen als auch der privaten Institutionen und Privatpersonen stetig fließen.</p>
<h2><strong>Die Entschlüsselung der menschlichen DNA</strong></h2>
<p>Dann, nach fast zehn Jahren Arbeit, verkündete Bill Clinton zusammen mit Craig Venter von der Firma Celera Genomics am 26. Juni 2000, dass es nun endlich gelungen sei, 97 Prozent der menschlichen Erbinformation zu entschlüsseln.</p>
<p>Die Verkündung zog heftige Diskussionen nach sich. Die Gegner sahen den gläsernen Menschen kommen und befürchteten zum Beispiel die systematische Aussiebung von Menschen mit „schlechten Genen“, während die Befürworter das Ende von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Alzheimer in erreichbarer Nähe wähnten.</p>
<figure id="attachment_843" aria-describedby="caption-attachment-843" style="width: 611px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg"><img class="wp-image-843 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg" alt="" width="611" height="444" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg 502w" sizes="(max-width: 611px) 100vw, 611px" /></a><figcaption id="caption-attachment-843" class="wp-caption-text">Freie Trisomie 21 des Gens 21. Quelle: Tenbusch, Wolfgang: Die Gen-Power-Formel. Für mehr Energie, Lebensfreude und Erfolg.</figcaption></figure>
<p>Doch bald kam die große Ernüchterung, denn schnell musste man feststellen, dass es sehr schwer war, den genauen Anfang und das Ende sowie die Funktion eines Gens zu bestimmen. So ist es bis heute nur bei ganz wenigen Erkrankungen möglich, die Ursache eindeutig auf bestimmte Gendefekte zurückzuführen. Ein Beispiel ist das Down-Syndrom, das auf einem Defekt des Chromosoms 21 beruht, bei dem das Gen in dreifacher Ausführung vorliegt, die sogenannte Trisomie 21. Ansonsten gibt es nur wenige eindeutig korrelierte Verknüpfungen zwischen Gen und Krankheit.</p>
<h2><strong>Wie weit ist die Genforschung?</strong></h2>
<p>Gen-Analysen oder Gentests sind heute schon schnell und erschwinglich zu haben. Interessanterweise hat Google in zwei Analyse-Unternehmen investiert: 23andme und Navigenics. Aber auch in Deutschland hat man bei der Firma Personal Genomics Services (PGS) in Frankfurt den Trend erkannt und bietet einen Test für den Normalverbraucher an.</p>
<p>Doch die Ergebnisse sind noch immer sehr ungenau und schickt man Tests an zwei unterschiedliche Firmen, so gibt es Abweichungen zwischen den Analysen. In den Ergebnissen werden allgemein Risikopotenziale zum Beispiel für Alzheimer und andere Krankheiten aufgezeigt. Ob diese unabwendbar sind oder nur eine Möglichkeit darstellen, die noch von vielen anderen Faktoren abhängt, das kann nur ein Facharzt für Humangenetik richtig und verantwortungsbewusst beurteilen. Deshalb sollten Sie Vorsicht im Umgang mit den eigenen genetischen Daten und deren Interpretation walten lassen!</p>
<h2><strong>Fazit:</strong></h2>
<ul>
<li>Die Genanalyse schafft nur einen Überblick über die individuelle Struktur. Sie gibt keine Auskunft über die in der Zukunft stattfindenden Genexpressionen. Diese beeinflussen wir stark durch unseren eigenen <a href="https://gen-gesundheit.org/gute-vorsaetze-neues-jahr-alter-trott-acht-einfache-tipps-fuer-ein-gesundes-neues-jahr/">Lebensstil</a>.</li>
<li>Genanalysen sind noch fehlerbehaftet und sollten nur von einem geschulten Arzt interpretiert werden.</li>
<li>Wir sind noch weit davon entfernt, gezielte genspezifische Medikamente für die breite Anwendung zu produzieren.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/">Gen-Analyse: Chancen und Visionen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geschichte des Zuckerkonsums: vom überlebenswichtigen Energielieferanten zum täglichen Begleiter</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/zuckermythen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carsten Hinnah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 08:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsmythos]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gen-gesundheit.org/?p=688</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte des Zuckerkonsums ist lang und faszinierend. Vor 10.000 Jahren bauten Menschen erstmals Zuckerrohr an. Die reichhaltige Pflanze diente...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/zuckermythen/">Geschichte des Zuckerkonsums: vom überlebenswichtigen Energielieferanten zum täglichen Begleiter</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Geschichte des Zuckerkonsums ist lang und faszinierend. Vor 10.000 Jahren bauten Menschen erstmals Zuckerrohr an. Die reichhaltige Pflanze diente vor allem als Energielieferant. In der Spätantike entwickelte sich Zucker zum Luxusgut der Reichen und Mächtigen. Erst die Industrialisierung machte den süßen Rohstoff auch für die breite Bevölkerung erschwinglich. In den letzten Jahrzehnten ist der Zuckerkonsum weltweit stark angestiegen. Die Folge: Immer mehr Menschen sind übergewichtig und leiden an Krankheiten wie Diabetes, Gelenkschäden oder Herzproblemen. Eine Analyse.</strong></p>
<p>Zucker ist heutzutage allgegenwärtig. Wir finden ihn in beinahe allen verarbeiteten Lebensmitteln – häufig als einer der Hauptbestandteile. Zur Adventszeit ist der Zuckerkonsum in der Regel besonders hoch. Lebkuchen, Dominosteine, Marzipan oder Punsch sind Verlockungen, denen nur die wenigsten Menschen widerstehen können. Grund dafür ist ein uralter Mechanismus.</p>
<h2><strong>Unsere Vorliebe für Süßes ist angeboren</strong></h2>
<p>Die Vorliebe für Süßes ist uns in die Wiege gelegt. Von frühster Kindheit an sehnen wir uns nach süßen Speisen und Getränken. Wissenschaftler konnten dies bei einem Experiment feststellen, bei dem sie Säuglingen Wasserlösungen mit unterschiedlichen Aromen gaben. Die Reaktionen waren stets dieselben: Schmeckte die Lösung bitter, verzogen die Neugeborenen das Gesicht, schmeckte sie sauer, schürzten sie abwehrend ihre Lippen. Die süße Lösung begrüßten die Säuglinge dagegen mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Ein klares Zeichen dafür, dass Menschen eine universelle Vorliebe für Süßes besitzen. Es verwundert daher kaum, dass Muttermilch süßlich schmeckt.</p>
<p>Viele Wissenschaftler nehmen an, dass diese universelle Vorliebe auf einen Überlebenstrick unserer frühen Vorfahren zurückgeht. Um festzustellen, ob ein Lebensmittel genießbar war, mussten sie sich auf ihre Sinne verlassen. Allerletzte Hilfe im Entscheidungsprozess war dabei der Geschmackssinn. Er fungierte und fungiert noch heute als Sensor für die Genießbarkeit von Nahrung. Unser Körper verlässt sich bei der Entscheidungsfindung auf über Generationen erworbenes Wissen. So schmecken giftige Pflanzen in der Regel bitter und unreife oder verunreinigte Nahrung häufig sauer. Süße Lebensmittel verknüpfen wir hingegen mit Genießbarkeit. Sobald unsere Zunge etwas Süßes wahrnimmt, fühlen wir uns wohl. Biologen konnten beobachten, dass der menschliche Körper endogene Opiate ausschüttet, wenn er etwas Süßes schmeckt.</p>
<h2><strong>Zucker als Katalysator für die Entwicklung der Menschheit</strong></h2>
<figure id="attachment_615" aria-describedby="caption-attachment-615" style="width: 469px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung.jpg"><img class="wp-image-615" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-300x200.jpg" alt="" width="469" height="313" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung.jpg 1920w" sizes="(max-width: 469px) 100vw, 469px" /></a><figcaption id="caption-attachment-615" class="wp-caption-text">© PublicDomainPictures / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Zucker ist einer der wichtigsten Energielieferanten für den menschlichen Körper. Ohne ihn fehlt uns die Energie, um zu atmen, zu denken und um Bewegungen auszuführen. Unser Gehirn benötigt durchschnittlich rund 140 Gramm Glukose am Tag. Sinkt der Blutzuckerspiegel zu weit ab, funktioniert unser Gehirn nur noch eingeschränkt. Im schlimmsten Fall fallen wir ins Koma. Zucker ist daher für Menschen lebensnotwendig.</p>
<p><a href="https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/?preview_id=328&amp;preview_nonce=c2678c193b&amp;post_format=standard&amp;_thumbnail_id=635&amp;preview=true">Unsere Vorfahren</a> nahmen Zucker zumeist über Früchte auf. Der Großteil des Zuckerkonsums beschränkte sich daher auf die Sommermonate. Dies änderte sich, als die frühen Menschen sesshaft wurden. Durch den Anbau von Nahrungsmitteln wie Getreide und Kartoffeln, die reich an Stärke sind, konnten die Menschen ihren Körper ganzjährig mit Zucker versorgen. Stärke besteht nämlich aus langen Ketten von Zuckermolekülen, die der Körper aufspalten und in Energie umwandeln kann. Zudem stieg der Zuckerkonsum durch Obstanbau sowie das Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker und schließlich gezielte Imkerei.</p>
<p>Kalifornische Wissenschaftler um Karen Hardy nehmen an, dass die vermehrte Aufnahme von Stärke eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns spielte. Sie sind der Ansicht, dass unsere Vorfahren gegenüber Primaten zwei entscheidende Vorteile besaßen. Zum einen waren Nährstoffe durch das Kochen von Nahrung besser zugänglich. Zum anderen entwickelte der Homo sapiens vier zusätzliche Amylase-Gene, die für die Aufspaltung von Stärke verantwortlich sind. Die Forscher folgern, dass die Erfindung des Kochens in Kombination mit dem Zuwachs an Amylase-Genen zu einer Erhöhung der Menge an für das Gehirn verfügbarer Glukose geführt hat. Dies wiederum sei eine Ursache für den Entwicklungsschub des menschlichen Gehirns.</p>
<h2><strong>Die Geschichte des Zuckerkonsums: Energielieferant, Luxusgut, alltäglicher Begleiter</strong></h2>
<p>Zucker ist heute allgegenwärtig. Im Supermarkt begegnen wir dem süßen Rohstoff in vielfältiger Form: als Würfel, Pulver oder als Kristalle in den unterschiedlichsten Größen. Gleichzeitig nehmen wir Zucker über verschiedene Lebensmittel wie Früchte, Milch, Süßspeisen, Limonaden oder Getreideprodukte täglich zu uns. Auf diese Weise konsumieren wir in Deutschland pro Jahr im Durchschnitt rund 35 Kilo Zucker.</p>
<figure id="attachment_690" aria-describedby="caption-attachment-690" style="width: 443px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker.jpg"><img class="wp-image-690" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-300x179.jpg" alt="" width="443" height="264" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-300x179.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-768x458.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-1024x610.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker.jpg 1920w" sizes="(max-width: 443px) 100vw, 443px" /></a><figcaption id="caption-attachment-690" class="wp-caption-text">© Humusak / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Unsere Vorfahren konnten von diesen Zahlen nur träumen. Bis zur industriellen Revolution war Zucker ein Luxusgut, das selbst für die gesellschaftliche Elite schwer zugänglich war. Dabei ist die Geschichte der Zuckerherstellung lang. Die Grundlage bildete der Anbau von Zuckerrohr vor rund 10.000 Jahren in Polynesien. Über Asien gelangte die nahrhafte Pflanze nach Persien, wo sie erstmals um das Jahr 600 n. Chr. zu Zucker verarbeitet wurde.</p>
<p>Seinen ersten Aufschwung erlebte der Zuckerkonsum nach der zweiten Amerikareise von Christopher Kolumbus, der Zuckerrohrsetzlinge in die Karibik verschiffte. Binnen weniger Jahrzehnte entstanden in der Karibik zahlreiche Zuckerrohrplantagen. Den Zuckernachschub für die wohlhabenden Europäer, die im 17. Jahrhundert damit begannen, exotische Getränke wie Tee, Kaffee und Kakao mit Zucker zu süßen, sicherten die Kolonisten durch einen menschenverachtenden Dreieckshandel zwischen Afrika (Sklaven), Amerika (Zuckerrohranbau) und Europa (Zuckerraffinerien).</p>
<p>Durch eine unscheinbare Wurzel verlor Zucker im 18. Jahrhundert seinen Stellenwert als Luxusgut schließlich vollends. 1747 entdeckte der Berliner Apotheker Andreas Marggraf nämlich den Zuckergehalt der Runkelrübe. Rund 50 Jahre später schaffte sein ehemaliger Assistent Franz Achard die Grundlage für die industrielle Zuckerproduktion mit dem Bau der ersten Rübenzuckerfabrik in Schlesien. Zudem züchtete der Chemiker die erste Zuckerrübe. Der Siegeszug des süßen Lebensmittels war nicht mehr aufzuhalten.</p>
<figure id="attachment_692" aria-describedby="caption-attachment-692" style="width: 374px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade.jpg"><img class="wp-image-692" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-300x200.jpg" alt="" width="374" height="249" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-768x513.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-1024x684.jpg 1024w" sizes="(max-width: 374px) 100vw, 374px" /></a><figcaption id="caption-attachment-692" class="wp-caption-text">© rawpixel / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Die negativen Folgen des erhöhten Zuckerkonsums</strong></h2>
<p>Mit der industriellen Produktion fielen die Zuckerpreise inflationär, das einstige Luxusgut entwickelte sich zum Gegenstand des täglichen Bedarfs. Heute nimmt jeder Deutsche durchschnittlich 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich. Das ist vier Mal so viel wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Für den Körper bedeutet die Aufnahme von Industriezucker „leere Kalorien“, denn abgesehen vom Energiegehalt liefert Zucker keine essentiellen Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Die Folgen des enormen Zuckerkonsums für die Gesundheit sind katastrophal. Man nimmt zu viele Kalorien zu sich, sodass das Risiko, Übergewicht zu entwickeln, rapide steigt. In Deutschland gelten derzeit 50 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als übergewichtig.</p>
<p>Übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko an Krankheiten wie Diabetes, Arthritis oder Herzkrankheiten zu erkranken. Regelmäßiger Zuckerkonsum in hohen Dosen schädigt zudem die Zähne sowie die Leber, irritiert den Magen und zerstört die gesunde Darmflora. Darüber hinaus legen Studien nahe, dass es eine Verbindung zwischen mangelnder Konzentrationsfähigkeit und einem erhöhten Zuckerkonsum gibt. Einige Forscher sind sogar der Ansicht, dass zu viel Zucker das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/zuckermythen/">Geschichte des Zuckerkonsums: vom überlebenswichtigen Energielieferanten zum täglichen Begleiter</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unsere Stammesgeschichte: Mischung aus Fakten und Vermutungen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carsten Hinnah]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2019 14:53:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Neandertaler]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://gen-gesundheit.org/?p=328</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hat der Neandertaler überhaupt existiert? Ist die Menschheit gerade einmal 20.000 Jahre alt? Theorien und Vermutungen gibt es viele zu...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/">Unsere Stammesgeschichte: Mischung aus Fakten und Vermutungen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Hat der Neandertaler überhaupt existiert? Ist die Menschheit gerade einmal 20.000 Jahre alt? Theorien und Vermutungen gibt es viele zu unserer Stammesgeschichte. Demgegenüber stehen wissenschaftlich hinterlegte Fakten. Letztlich ist bei der Beschäftigung mit unserer Stammesgeschichte aber vor allem eine Frage wichtig: Was haben wir an genetischen Informationen mitbekommen?</strong></p>
<p>Der Wahrheit kommen wir immer näher, jedes Jahr, jeden Tag wird die Geschichte der Hominiden klarer und deutlicher. Nehmen wir also einmal an, dass am Anfang unserer Entwicklung irgendwo in Ostafrika der Ardipithecus ramidus stand, wir dabei die Entwicklung vom Primaten bis dahin überspringen, dann lebte er vor 4,4 Millionen Jahren.</p>
<h2><strong>Wann beginnt unsere Stammesgeschichte?</strong></h2>
<p>Er hatte einen noch nicht vollkommen aufrechten Gang, aber zumindest schon einen gebückten. Daraus hat sich vor ca. 2,5 Millionen Jahren der Australopithecus garhi entwickelt, dessen Lebensraum in Nordost- und Südafrika vermutet wird und dessen Spuren vor ca. 1 Million Jahren endeten. Er hatte, wie die Affen noch heute, ein Austrittsloch am unteren Schädel und erstmals eine gerade Wirbelsäule; er kannte vermutlich schon Stöcke und unbehandelte Steine, die er, ähnlich wie die Schimpansen, als Werkzeuge nutze. Er ernährte sich von Mischkost (Früchte und Aas), jagte also noch nicht selbst.</p>
<p>Es gibt eine Menge weiterer Unterarten die zur selben Zeit lebten, wie zum Beispiel der Homo rudolfensis mit zumindest schon einem 700 Kubikzentimeter großen Gehirn, und die sich in verschiedenen Regionen unabhängig und parallel dazu entwickelten. Wir gehen davon aus, dass sich die Weltbevölkerung aus dem afrikanischen Raum heraus verbreitet hat. Vor ca. 200.000 Jahren entwickelte sich aus dem europäischen Homo heidelbergensis der Homo neanderthalensis und parallel dazu in Afrika aus dem heidelbergensis endlich der Homo sapiens. Es gibt eine Reihe von Modellen der frühen Hominisation, wobei der aufrechte Gang und warum er sich entwickelte, eine der zentralen Fragen ist. Anhand der Skelettmerkmale kann festgestellt werden, dass sich der aufrechte, zweibeinige Gang des Menschen deutlich früher entwickelte als die starke Vergrößerung des Gehirns. Bei der Savannen-Hypothese vermutet man eine weltweite klimatische Veränderung mit einer Ausbreitung der Steppen und einem Rückgang der Waldbiotope als Anlass.</p>
<figure id="attachment_611" aria-describedby="caption-attachment-611" style="width: 501px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe.jpg"><img class="wp-image-611" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-300x192.jpg" alt="" width="501" height="321" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-300x192.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-768x490.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-1024x654.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe.jpg 1920w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></a><figcaption id="caption-attachment-611" class="wp-caption-text">© Alexas_Fotos / Pixabay.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Aufrechter Gang und Zwang zur Kooperation</strong></h2>
<p>Da ein Großteil der Nahrungsquellen sich dann auf dem Boden befand, mit langen Wegstrecken dorthin und nicht auf dem Baum, war die aufrechte Fortbewegung dafür besser geeignet. Eine andere Theorie geht davon aus, dass während der frühen Hominisation Vorfahren des heutigen Menschen teilweise am und im Wasser gelebt</p>
<p>haben. Noch heute können wir bei Menschenaffen im Zoo beobachten: Wenn sie sich im Wasser bewegen, zeigen sie den aufrechten Gang. Eine treibende Kraft der Hominisation war möglicherweise das Zusammenwirken von aufrechtem Gang und dem Zwang zur Kooperation in der Gruppe beim Jagen. Hieraus könnte sich die erste Gebärdensprache entwickelt haben. Eine Verständigung über Gebärden ermöglicht die Ablösung von instinktgesteuertem Verhalten zugunsten kultureller Werte. Dadurch wurde die schnelle Anpassung an neue Lebensräume und veränderte Lebensbedingungen zusätzlich zur biologischen Evolution möglich.</p>
<h2><strong>Größter evolutionärer Schritt der Stammesgeschichte: die Jagd</strong></h2>
<p>Der größte evolutionäre Schritt bleibt meiner Meinung nach die Entwicklung der Jagd. Dies ist somit ein sehr wichtiger Punkt für unsere spätere Betrachtung, welche genetische Veranlagungen der Mensch aus dieser Zeit hat und wie wir sie heute gebrauchen. Um selbst jagen zu können, musste der Mensch den Fähigkeiten der Raubtiere in irgendeiner Weise Paroli bieten. Werkzeuge zur Tötung und zur Bearbeitung der Beute wurden entwickelt. Ebenso war es notwendig, eine Kommunikation zwischen den Jägern aufzubauen, um die Jagd zu koordinieren. Die Frage nach den Führungsqualitäten entwickelte sich, denn die erfolgreichsten Jäger ermöglichten das schnellere Wachstum ihrer Population. Ebenso war es nötig, dem Tier zu folgen und danach wieder nach Hause zu finden, somit die bewusste Orientierung an örtlichen Gegebenheiten, Sonne, Wind und Sterne. Alles ohne Navigation und Karten! Der Jäger musste schnell mit seinen Instinkten entscheiden, ob er angreifen oder fliehen sollte. Somit entstand im Rahmen des evolutionären Prozesses das Gefühl der Angst als ein notwendiges Warninstrument vor bedrohlichen Ereignissen. Große Bereiche der Flucht oder Angriffsmechanismen sind bis heute genetisch gespeichert und auch ohne tatsächliche (Jagd-)Erlebnisse abrufbar. In Versuchen mit Menschen, bei denen man durch bildgebende Verfahren die Gehirnaktivität auf einem Bildschirm darstellen kann, stellte man fest, dass Bilder gefährlicher Tiere auch bei denjenigen das Angstzentrum anregten, die diese Tiere aufgrund geografischer oder sonstiger Umstände nachweislich noch nie gesehen oder davon gehört hatten. Man vermutet daher, dass solche Erfahrungen auch visualisiert genetisch weitergegeben werden können.</p>
<h2><strong>Heute: Eine Welt zwischen McDonald’s und Facebook</strong></h2>
<p>All diese Entwicklungen ließen sich nur mit einem Wachstum des Gehirns realisieren. Der Gang wandelte sich von halb gebückt zu vollends aufrecht. Da sich das weibliche Becken unter Einfluss des aufrechten Ganges und der damit einhergehenden Versteifung nicht mehr unbegrenzt an den wachsenden Kopfumfang des Neugeborenen anpassen konnte, musste dieses zu einem biologisch immer weiter vorverlegten Termin der Reifung zur Welt kommen – was eine wesentlich längere Brutpflege bedeutete, wenn wir das mit den Reproduktionszyklen anderer Tierarten vergleichen.</p>
<p>Die Evolution stoppte daher die Entwicklung bis zur sexuellen Reife für einige Jahre, wodurch eine längere Zeit von Kindheit und Jugend entsteht, in der alle überlebensnotwendigen Fähigkeiten erlernt werden müssen. An dieser Stelle sei mir ein kleiner Seitenhieb gestattet: Schaue ich mir heute unsere pubertierenden Zöglinge an, habe ich manchmal große Zweifel an ihrer Überlebensfähigkeit. Wenn wir unseren Kindern nur eine Welt zwischen McDonald‘s und Facebook präsentieren, machen wir sie zu fettleibigen, unmündigen und sozial verarmten Mitgliedern der Gesellschaft.</p>
<h3>Schwitzen: Der Unterschied zu Tieren</h3>
<p>Doch nun zurück zu unseren Vorfahren. Ein anderes, wenig bekanntes Unterscheidungsmerkmal zu den Tieren, das nur wir Menschen haben, ist das Schwitzen am gesamten Körper. Die ersten Primaten regulierten ihre Körpertemperatur wie alle Säugetiere über die Atmung. Deshalb hechelt unser Hund. Der größte mögliche Umfang der Zunge schränkt allerdings stark die maximale Abgabe der Wärmemenge ein. Erst der Mensch nutzte zur Wärmeabfuhr den ganzen Körper und wurde damit in puncto Ausdauer und Anpassungsfähigkeit den meisten Tieren überlegen. Außerdem ermöglichte das Schwitzen, selbst unter großer Hitze oder Anstrengung die Kommunikationsfähigkeit über Sprache zu erhalten – wer hechelt, kann nicht sprechen. Nur Schwitzen allein reichte nicht aus, physikalisch bringt erst die Verdunstung der Flüssigkeit auf der Haut den entscheidenden kühlenden Effekt. Anforderung an die Evolution war also, das Fell am Körper verschwinden zu lassen. Der Kopf blieb bedeckt, als Schutz vor der Sonne. Später entwickelte der Mensch, als Ersatz für die Behaarung, die schützende Kleidung, die ihm das Überleben auch in kälteren Regionen ermöglichte. Hier sei auch ein kleiner Hinweis an alle Vertreter der Sektion „Schweiß ist ekelig“ erlaubt: Es handelt sich beim Schwitzen um einen lebensnotwendigen und natürlichen Vorgang, und frischer Schweiß enthält unter anderem Duftstoffe, die sexuell erregen können. Betonung liegt hier auf frischem Schweiß!</p>
<h2><strong>In unseren Genen liegen Anteile der Neandertaler</strong></h2>
<p>Mit all den oben aufgeführten Merkmalen sind wir jetzt wieder ungefähr beim Neandertaler. Er hat ebenfalls schon sehr hominide Züge und wird daher als Homo sapiens neanderthalensis bezeichnet. Er hat die bekannte flache Stirn und einen noch sehr gedrängten, untaillierten, kräftigen Körper. Er war vermutlich der Erste, der bei bis zu minus 30 Grad mittels Schutzbekleidung, in diesem Falle noch Tierfelle, überleben konnte. Er tritt im europäischen und asiatischen Raum zeitgleich mit dem Homo sapiens sapiens auf.</p>
<p>Wer glaubte, dass wir genetisch nichts mehr vom Neandertaler in unserer Erbsubstanz finden, der musste sich kürzlich eines Besseren belehren lassen. Ganz aktuelle DNA-Untersuchungen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig  weisen eindeutig nach, dass sich vor ca. 80.000 Jahren in Asien die beiden Rassen gepaart haben und daraus Nachkommen entstanden. Obwohl die Neandertaler ausgestorben sind, haben wir in unseren Genen noch heute einen Anteil unserer Vorfahren von 1–4 Prozent. Wenn Sie also mal wieder ihren Mann mit den Worten kritisieren „Du benimmst dich wie ein Neandertaler!“, wissen Sie jetzt auch, woher dies kommt!</p>
<p>Dass hier gleich zweimal „sapiens“ (lateinisch = wissend) hinter dem Homo steht, hat seine Bedeutung darin, dass dieser Teil des homininen Stammbaums unserem heutigen Menschenbild schon sehr ähnlich ist und wir genetisch die größte Übereinstimmung damit finden. Der Neandertaler erfreut sich allerdings umgangssprachlich einer so großen Beliebtheit, dass ich ihm hier noch einige Zeilen mehr widmen möchte. Seine intellektuellen Fähigkeiten waren schon sehr ausgeprägt. So beherrschte er das Werkzeugmachen, das Feuer und die Jagd. Es gab kultartige Handlungen, meist auf die nahrungsbringenden Tiere ausgerichtet.</p>
<h2><strong>Die Männer jagten, die Frauen lebten in der Gemeinschaft</strong></h2>
<p>Der Neandertaler wusste auch schon um die Begrenztheit seines Lebens und gab den Toten Gegenstände für das Leben danach mit in die Gräber. Die Männer jagten, und die Frauen lebten in Hütten/Höhlen in einer (Dorf-)Gemeinschaft. Dort waren sie für die Aufzucht der Kinder und die Zubereitung der Speisen zuständig, eben das Haushalten. (Ich sehe es förmlich vor mir, wie es jetzt bei der einen oder anderen geneigten Leserin  zu heftigem Widerspruch bezüglich der daraus resultierenden genetischen Disposition kommt – aber es hilft ja nichts, so war es eben!)</p>
<figure id="attachment_636" aria-describedby="caption-attachment-636" style="width: 419px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920.jpg"><img class="wp-image-636" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-300x200.jpg" alt="" width="419" height="279" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 419px) 100vw, 419px" /></a><figcaption id="caption-attachment-636" class="wp-caption-text">© O12 / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Ein gravierender Unterschied des Neandertalers zum Homo sapiens sapiens war, dass sich bei den Neandertalern merkwürdigerweise keine ausgeprägten Zeugnisse von Kunst finden lassen. Weder Malereien oder Figuren noch filigraner Schmuck. Diese neuen Errungenschaften brachte erst der Homo sapiens sapiens hervor, der den Neandertaler vor ca. 27.000 Jahren verdrängte, weil er vermutlich geschickter bei der Jagd und der allgemeinen Lebensführung war und sich so schneller vermehren konnte. Erst bei dieser Menschengattung ergaben sich viele insbesondere kognitive Fähigkeiten wie das Sammeln von Informationen und deren gesteuerte Weitergabe oder die Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Mensch war nun erstmals in der Lage, sein Leben distanziert zu betrachten und nach dem Warum und Weshalb zu fragen. Das Dasein nahm gewaltig an Komplexität zu. Ebenso bekam die Sexualität eine andere Dimension, da sie nicht mehr auf die Zeit der Läufigkeit begrenzt war. Es entwickelte sich zudem die Scham, eine bei Tieren unbekannte Gefühlsregung. Die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale waren deutlich sichtbar, und es gab eine quasi jederzeit verfügbare Sexualität der Frau, nur kurz unterbrochen von der Periode.</p>
<h2><strong>Ackerbau und Viehzucht als großer Entwicklungsschritt</strong></h2>
<p>Der nächste große Entwicklungsschritt der Menschheit war die Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Seit 1,9 Millionen Jahren auf Wanderschaft, ermöglichte diese Entwicklung vor erst ca. 8.000 Jahren das gesicherte Wachsen der Population, denn man war nicht mehr vom Jagdglück allein abhängig. Es konnten sich größere Dörfer bilden, daraus Städte und letztendlich sogar Staaten. Der Begriff Eigentum entwickelte sich, mit anderen Worten: Der Ärger ging so richtig los!</p>
<h2><strong>Fassen wir nun zusammen, was der Mensch im Laufe seiner Entwicklung gelernt hat:</strong></h2>
<h3><strong>Sammeln und Jagen</strong></h3>
<p>Um dies tun und danach die Beute an die Stellen bringen zu können, wo sie gebraucht oder gelagert werden sollte, war ein dreidimensionaler Orientierungssinn nötig. Wer sich gut orientieren konnte, war schneller in der Beschaffung und im Heimkehren. Wer es nicht konnte, war auf das direkte Nahrungsumfeld angewiesen und ging bei Mangelsituationen früher unter. Mehr Muskeln und ihr schnellerer Aufbau förderten Kraft und Ausdauer beim Mann. Noch heute brauchen Frauen grundsätzlich mindestens dreimal so lang, um einen Muskelaufbau zu erzeugen, wie ein Mann und dann nur in einem kleineren Maßstab, denn es fehlt das Testosteron!</p>
<h3><strong>Angriff oder Flucht</strong></h3>
<p>Diejenigen Spezies, die jagten oder die Gejagten waren, mussten in Sekundenbruchteilen entscheiden, in welche Richtung agiert werden musste. Angst war das natürliche Warnsignal für Gefahr und hat eine Kette von hormonellen Veränderungen zur Folge, die den Körper auf den zu erwartenden Angriff vorbereiten sollten.</p>
<p>Frauen lebten in der Gemeinschaft der anderen Frauen und älteren Teilnehmer der Gruppe. Sie bewegten sich nicht weit von ihrem Aufenthaltsort weg und waren eher feinmotorisch entwickelt. Sie sorgten für die Aufzucht der Kinder, wobei die Rangposition der einzelnen Frau in der Gemeinschaft der Gleichgeschlechtlichen sehr wichtig war. Für eine akzeptierte Frau bedeutete dies Schutz und Hilfe im täglichen Überlebenskampf und gesicherte Kindesaufzucht. Denn falls die Mutter durch Gewalteinwirkung verstarb, was zu diesen Zeiten an der Tagesordnung war, so übernahmen die anderen Mütter die Kinder.</p>
<p>In dieser Gemeinschaft der Frauen war nicht unbedingt Muskelstärke die ausschlaggebende Kernkompetenz, sondern die Integrationskraft und das soziale Netzwerk. Ansonsten galt das Recht des Stärkeren, und Fehlverhalten führte immer zu körperlicher Bestrafung der Schwächeren, meistens eben der Frauen. Über die Evolution des Sexualverhaltens wissen wir nur sehr wenig, da es sich um ein Verhalten handelt, das sich leider nicht so häufig in alten Steinwerkzeugen oder Tonscherben manifestierte. Bemerkenswert und einzigartig im Vergleich zur Tierwelt ist, wie bereits beschrieben, die Sichtbarkeit der Geschlechtsmerkmale, die freie Verfügbarkeit des Weibchens und die die Fruchtbarkeit der Frau überdauernde Zeugungsfähigkeit des Mannes.</p>
<h3><strong>Monogamie oder Promiskuität?</strong></h3>
<p>Bei der Auswahl der passenden Partner suchen beide instinktiv immer die bestmögliche Lösung für optimale Nachkommen und deren Aufzucht. Alle Reproduktionsmechanismen der Natur – und daher auch die in unseren Genen verankerten – versuchen die effektivste und schnellste Form der Fortentwicklung der Rasse zu finden, angepasst an die Umgebung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ob wir es bewusst wahrnehmen wollen oder nicht, unsere Gene tun es!</p>
<p>Wenn es um den Punkt geht, ob wir eher zur Monogamie oder zur Promiskuität neigen, gibt es in der Literatur keine eindeutigen Belege, und je nach der gelernten Weltauffassung des einen oder anderen Autors finden sich gegenläufige Betrachtungen und Ergebnisse. Nun zur Frage nach der Entwicklungsgeschichte der Sexualität. In der vergleichenden Betrachtung im Tierreich kommen dabei die Hylobates, zu denen die Gibbons und Siamangs zählen, die beiden Schimpansenarten, die Gorillas und der Orang-Utan infrage. Es gibt dabei keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob nun eher eingeschlechtliche, mehrgeschlechtliche, Einzel- oder Mehrfachbeziehungen genetisch geprägt sind, denn fast alle sexuellen Spielarten sind vertreten. Orang-Utans haben eine semisolitäre Lebensweise: Die Männchen sind Einzelgänger, bis auf die Zeit der Paarung. Sowohl Gorillas mit ihren Haremsgruppen als auch Schimpansen mit ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Promiskuität („jeder mit jedem“) werden dem polygamen (Mehrfachbeziehungen) Umfeld zugerechnet; Gibbons sind im Vergleich dazu streng monogam (Einfachbeziehungen).</p>
<h3><strong>Sexualverhalten homogen verteilt</strong></h3>
<p>Innerhalb der einzelnen Spezies ist das Sexualverhalten somit weitestgehend homogen verteilt, so dass ich hier eher nicht von einer eindeutigen genetisch festgelegten Prägung ausgehen würde. Da die Schimpansenvorfahren in dem für die Menschwerdung relevanten Zeitraum noch nicht nachweisbar sind, vermutet man, dass sie sich erst durch Abspaltung von der menschlichen Stammeslinie entwickelt haben. Das erklärt auch die Aussage von Yves Coppens, einem der bekanntesten französischen Paläontologen und Paläoanthropologen, auf dessen Erkenntnisse ich in diesem Kapitel vielfach zurückgegriffen habe. Er moniert das „schier unglaubliche Fehlen jeglicher Prä-Schimpansen und Prä-Gorilla-Fossilien“, während Frühmenschen und/oder Australopithecinen schon Afrika durchstreiften. Unserem genetischen Verwandtschaftsgrad zum Schimpansen widerspricht dies nicht: Vor 20 Millionen Jahren können sich Prä-Hylobates und andere Hominiden getrennt haben, während Vormenschen und Prä-Panidae sich erst vor 3 Millionen Jahren genetisch voneinander entfernt haben. Eine Festlegung, ob wir nun genetisch eher monogam sind oder nicht, halte ich beim heutigen Stand der Wissenschaft für immer noch spekulativ.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/">Unsere Stammesgeschichte: Mischung aus Fakten und Vermutungen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist menschlicher Durchschnitt? Die Individualität des Einzelnen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/der-durchschnitt/</link>
					<comments>https://gen-gesundheit.org/der-durchschnitt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[wopen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 09:20:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://gen-gesundheit.org/?p=81</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als ich begann, meine ersten Erkenntnisse von „durchschnittlich vertretenen Merkmalen“ oder aus statistischen Erhebungen mit meinen Freunden und Bekannten zu...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/der-durchschnitt/">Was ist menschlicher Durchschnitt? Die Individualität des Einzelnen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als ich begann, meine ersten Erkenntnisse</strong> von „durchschnittlich vertretenen Merkmalen“ oder aus statistischen Erhebungen mit meinen Freunden und Bekannten zu teilten, schlug mir sehr oft ein spontanes: „Ich bin aber ganz anders“ oder: „Ich kenne da einen, bei dem ist das nicht so“ entgegen. Sicher, jeder Mensch ist einzigartig in seiner Ausprägung – und wer möchte schon gerne Mittelmaß und menschlicher Durchschnitt sein? Mein zaghafter Versuch, den Betroffenen das Wesen des Mittelwertes zu erklären, also dass sich zum Beispiel Frauen durchschnittlich nicht so gut dreidimensional orientieren können, wurde mit dem unerbittlichen Argument der Individualität des Einzelnen abgeschmettert. So manches gemütliche Abendessen drohte zu kippen, wenn ich dieses Phänomen beschrieb. Was aber ist menschlicher Durchschnitt?</p>
<h2>Viele Merkmale vereint: menschlicher Durchschnitt</h2>
<p>Grundsätzlich konnten natürlich alle anwesenden Frauen am Tisch super mit Straßenkarten umgehen, sich in jeder fremden Stadt spontan orientieren und Entfernungen und Himmelsrichtungen korrekt einschätzen. Na prima, und am Schluss sitze ich dann immer wie ein begossener Pudel in der Chauvinistenecke, nach dem Motto: Das alles sind nur männliche Stammtischfantasien! Mein Vater konnte tatsächlich auch keine Karte lesen, obwohl er ein Mann war, aber da gibt es in unserem Land noch weitere 41 Millionen Männer, und die können sich nun mal durchschnittlich besser zurechtfinden als Frauen. Menschlicher Durchschnitt eben.</p>
<p><strong>Der Durchschnitt bezeichnet ein Merkmal, um das sich möglichst</strong><br />
<strong>viele ähnliche Ergebnisse gruppieren. Je mehr und je näher um</strong><br />
<strong>den Mittelwert, desto genauer ist die Aussage</strong></p>
<figure id="attachment_628" aria-describedby="caption-attachment-628" style="width: 498px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt.png"><img class="wp-image-628" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt-300x225.png" alt="" width="498" height="374" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt-300x225.png 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt-768x576.png 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt-1024x768.png 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Durchschnitt.png 1920w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></a><figcaption id="caption-attachment-628" class="wp-caption-text">© truthseeker08 / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Es geht hier also um Statistik, und ich muss gestehen, dieses Wort erfährt ungefähr die gleiche Wertschätzung wie eine leere Prepaidkarte. Nicht ganz zu Unrecht, da die alte Weisheit „Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ leider ihre Berechtigung hat. Zu gerne werden heute, für welchen Zweck auch immer, Untersuchungen manipuliert, unwissenschaftlich durchgeführt oder durch Weglassen von Fakten geschönt. Besonders erfinderisch sind hier die Kollegen aus dem Bereich der Pharma- und Nahrungsmittelergänzungsindustrie sowie die Hersteller von homöopathischen Mittelchen.</p>
<p>Wie lange mussten wir kiloweise Vitamin C schlucken, bis nachgewiesen wurde, dass es leider im Normalfall gar nichts bringt? Schade, ich komme gerade bei diesem Thema so richtig in Schwung, aber es gibt ja glücklicherweise noch genug ernsthafte wissenschaftliche Autoren wie beispielsweise Ben Goldacre (Die Wissenschaftslüge, S. Fischer Verlag), die sich solchen Themen widmen und die ich hiermit wärmstens empfehle. Lassen Sie sich auch nicht von „Ergebnissen“ beeindrucken, die man im Reagenzglas oder an Fruchtfliegen erprobt hat. Auch Ratten und Mäuse sind eben nur Tiere und unsere menschlichen Strukturen und Stoffwechsel sind wesentlich komplexer und daher nur schwer vergleichbar.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Untersuchungen sind umso eher richtig,</strong><br />
<strong>je mehr unabhängige Institutionen zum gleichen Ergebnis</strong><br />
<strong>kommen</strong></p>
<p>Eine der beliebten pseudowissenschaftlichen Formulierungen heißt dann: „Im Laborversuch wurde die Wirkung des Stoffes A belegt.“ O.k., es kann durchaus sein, dass im Reagenzglas etwas funktioniert, aber ob der Stoff A überhaupt für den Menschen verstoffwechselbar ist oder ob der Körper ihn in der nötigen Konzentration aufnehmen und vertragen kann, solche Dinge bleiben oft unausgesprochen. Würde ja auch den werblichen Erfolg erheblich stören.</p>
<h2>Was ist eigentlich das arithmetische Mittel?</h2>
<p>Der Mensch ist ein wenig komplizierter, als dass solche Dinge einfach zu übertragen wären. Auch Untersuchungen mit einer kleinen Probandenzahl (unter 150 Personen) sind mit Vorsicht zu genießen. Erst wenn es mehrere gleichartige Forschungen mit übereinstimmenden Ergebnissen gibt, die dann in sogenannten Metastudien zusammengefasst werden, kann man von einem erhärteten Ergebnis sprechen. Es bedarf daher schon einiger Erfahrung, um aus den zur Verfügung stehenden Quellen das Richtige herauszulesen. Aber dafür haben Sie ja mich, und da, wo ich mir und der Rest der Wissenschaft nicht so ganz sicher sind, werde ich das schon sagen.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Untersuchungen mit wenigen Probanden</strong><br />
<strong>sind unsicher im Ergebnis</strong></p>
<p>Um dem geschätzten Leser oder dem eventuellen Kritiker das Leben zu erleichtern beziehungsweise zu erschweren, hier ein kleiner Exkurs über den oft gebrauchten Ausdruck des Durchschnitts oder des arithmetischen Mittels, der ganz ohne Mathematikkenntnisse zu verstehen ist: „Der Mittelwert beschreibt den statistischen Durchschnittswert und zählt zu den Lageparametern in der Statistik. Für den Mittelwert addiert man alle Werte eines Datenblockes und teilt die Summe durch die Anzahl aller Werte.“ (Zitiert nach www.statista.com) So lautet die trockene wissenschaftliche Definition, die ich nachfolgend etwas bildhafter erklären möchte.</p>
<p>Beispiel: Zwei Männer legen eine Strecke von 10 Kilometern zurück. Der eine in 60 Minuten, der andere in 30 Minuten. Durchschnittlich haben die beiden Männer die Strecke also in 90 Minuten : 2 = 45 Minuten zurückgelegt. Diese Aussage wird den beiden Herren nun gar nicht gerecht, denn der eine braucht doppelt so lange wie der andere beziehungsweise umgekehrt, der eine braucht nur die Hälfte der Zeit des Langsamen. Wir haben hier nur zwei Läufer, nur zwei Werte, die wir vergleichen, und das ist eben irreführend und erzeugt zwar eine richtige Aussage des Mittelwertes, beschreibt aber die Gruppe nur unzureichend.</p>
<p><strong>Ergebnisse, die im Reagenzglas oder bei Tieren funktionieren,</strong><br />
<strong>müssen sich noch lange nicht auf den Menschen übertragen</strong><br />
<strong>lassen.</strong></p>
<p>Je mehr Werte man also hat und je näher sie um den errechneten Mittelwert liegen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Leser sagen wird „Ja, so ist das bei mir auch“, und desto wahrscheinlicher ergibt die Untersuchung eine richtige Aussage. Je weiter die Einzeldaten auseinanderliegen, desto eher würde die Antwort bei einem unserer oben genannten Wanderer lauten: „Ich bin aber viel schneller/langsamer.“</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/der-durchschnitt/">Was ist menschlicher Durchschnitt? Die Individualität des Einzelnen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://gen-gesundheit.org/der-durchschnitt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Evolutionstheorie: Wie es mit uns Menschen anfing</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/wie-es-mit-uns-menschen-anfing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[wopen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 10:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Menschheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://gen-gesundheit.org/?p=85</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie ist Schauplatz einer der größten Glaubenskriege, die es, abgesehen von dem noch furchtbareren Kampf der Religionen gegeneinander, seit Jahrhunderten...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/wie-es-mit-uns-menschen-anfing/">Die Evolutionstheorie: Wie es mit uns Menschen anfing</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie ist Schauplatz einer der größten Glaubenskriege, </strong>die es, abgesehen von dem noch furchtbareren Kampf der Religionen gegeneinander, seit Jahrhunderten gibt: die Evolutionstheorie.</p>
<p>Im Jahre 1859 versetzte der Wissenschaftler Charles Darwin der gesamten theologischen Glaubenswelt mit seinen Beiträgen zur Evolutionstheorie einen fundamentalen Tiefschlag. So behauptete er in seinem Buch „On the Origin of Species“, dass sich der Mensch aus jahrmillionenlanger Auslese entwickelt hat. Fast zwanzig Jahre lang traute er sich nicht, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, denn die Kirche ging in ihrer Geschichte nicht immer freundlich mit ihren Kritikern um. Wir erinnern uns nur an die Inquisition, die versuchte, die vielen astronomischen Entdeckungen von Galileo Galilei (15. Februar 1564–8. Januar 1642) zu unterdrücken. Die Schöpfungsgeschichte infrage zu stellen, war ebenfalls ein geradezu unerhört ketzerischer Ansatz.</p>
<h2>Die Evolutionstheorie und die Frage der Entwicklung des Lebens</h2>
<p>Die Grundidee der „natürlichen Auslese“ besagt stark vereinfacht: Lebewesen vermehren sich in größerer Zahl, als aufgrund des beschränkten Nahrungs- oder Raumangebots eigentlich existieren können. Dies führt zum „Kampf ums Dasein“, bei dem diejenigen Individuen überleben, die aufgrund bestimmter, zufällig erworbener Eigenschaften zweckmäßiger an die vorgefundenen Lebensumstände angepasst sind. Über ungezählte Generationen hinweg führen Merkmalsvariation und Ausleseprinzip zu einer allmählichen Veränderung der Arten, zu völlig neuen Lebensformen und schließlich über eine Vielzahl von Zwischenstufen (hier insbesondere die Schimpansen) zur Ausbildung des ersten Menschen.</p>
<blockquote><p><strong>Die Entstehungsgeschichte der Menschheit sowie der Sprung</strong><br />
<strong>zum Homo sapiens sapiens liegen im Spannungsbogen zwischen</strong><br />
<strong>Religion und Wissenschaft. Die Theorien sind vielfältig</strong></p></blockquote>
<p>Die unerhörte Erkenntnis Darwins war, dass diesem Prozess keinerlei göttlicher Schaffungsakt zugrunde liegt, dass zufällige Mutationen und umweltbedingte Notwendigkeiten die einzigen echten Kräfte in diesem langsam ablaufenden Entwicklungsprozess sind. Evolutionsbiologen weisen immer wieder darauf hin, dass die Evolution auch ganz anders hätte ausgehen können, je nachdem welchen Umwelteinflüssen das System ausgesetzt war. Was wäre passiert, wenn nicht ein großer Meteoriteneinschlag (eine viel diskutierte Theorie) die Dinosaurier von der Erde hätte verschwinden lassen?</p>
<p>In der religiösen Sichtweise sieht das natürlich etwas anders aus. Die zweite Schöpfungsgeschichte (1. Mose, Kapitel 2, Vers 7) beschreibt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ In Vers 21 und 22 heißt es dann weiter: „Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.“</p>
<p>Gerade diese Stelle führt bei meiner Frau immer zu Gefühlausbrüchen, wenn ich darauf verweise, wie das weibliche Geschlecht entstanden ist. Aber vielleicht wollte die Bibel damit ja nur einen diffizilen Evolutionsprozess beschreiben?</p>
<h2>Evolution in Schüben?</h2>
<p>Der bekannte amerikanische Evolutionist und Paläontologe Prof. Niles Eldredge äußert hinsichtlich der so extrem uneinheitlichen Richtung innerhalb der wissenschaftlichen Liga wie folgt seine Bedenken: „Gelegentlich hat es den Anschein, als gäbe es über jedes [evolutionäre] Thema genauso viele Ansichten, wie es Biologen gibt.“ In seinem bekanntesten Buch über dieses Thema geht er interessanterweise davon aus, dass es keine kontinuierliche Evolution gibt, sondern starke Schübe, in denen sich besonders viel verändert.</p>
<p>Welche Version besser gefällt, überlasse ich dem werten Leser selbst. Für dieses Buch ist es nicht so wichtig, wer den entscheidenden Impuls gegeben hat, um den ersten Menschen zu schaffen, sondern wir wollen uns mehr mit dem beschäftigen, was danach passierte.</p>
<blockquote><p><strong>Die ältesten menschenähnlichen Funde datiert man auf</strong><br />
<strong>6–7 Millionen Jahre: „Sahelanthropus tchadensis“. Man fand</strong><br />
<strong>sie im Juli 2001 in der Sahelzone in Zentralafrika</strong></p></blockquote>
<figure id="attachment_591" aria-describedby="caption-attachment-591" style="width: 744px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik.jpg"><img class="wp-image-591" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-300x150.jpg" alt="" width="744" height="372" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-300x150.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-768x384.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-1024x512.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik.jpg 1920w" sizes="(max-width: 744px) 100vw, 744px" /></a><figcaption id="caption-attachment-591" class="wp-caption-text">© geralt / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Leider kann ich oder besser gesagt die Wissenschaft, auch den nächsten Punkt nicht zweifelsfrei präsentieren, nämlich wie alt die Menschheit ist. Als „Wiege der Menschheit“ werden seit einigen Jahren die Fundstätten hominider Fossilien in Südafrika bezeichnet. Als die ältesten Funde außerhalb Afrikas gelten die von Dmanisi, deren Alter auf 1,75 bis 1,8 Millionen Jahre datiert wurde. Auf 6 bis 7 Millionen Jahre datiert man den „Sahelanthropus tchadensis“, den man im Juli 2001 in der Sahelzone in Zentralafrika fand</p>
<p>„Toumaï“ könnte aus der Zeit der Trennung der Affen- und Menschenartigen (Hominiden) stammen und zwinge dazu, die bisherige Ansicht zu überdenken, dass Ost- und Südafrika die Wiege des Menschen seien, schreiben Projektleiter Michel Brunet und Kollegen im Juli 2002 im britischen Forschungsjournal „Nature“ (Michel Brunet et al., Nature, Band 418, 2002, S. 151).</p>
<p>Auf gute 6 Millionen Jahre wird der „Orrorin tugenensis“ geschätzt, den man im Oktober 2000 in der Boringo-Region in Kenia gefunden hat. Es gibt allerdings auch Autoren wie Michael Brandt, die von einem wesentlich geringeren Zeitraum von nur wenigen Zehntausend Jahren ausgehen. Brandt meint, dass unsere Bevölkerungszahl eigentlich bei einer so langen Existenzdauer viel höher sein müsste, oder es hätte lange Strecken mit Nullwachstum geben müssen. Auch die geringe Anzahl (= geringe Population) gefundener Steinwerkzeuge spricht gegen ein Millionenalter der Menschen.</p>
<h2>Neue Disziplin: Die Archäometrie</h2>
<p>Eindeutig widerlegt wird diese These durch neueste Funde von verbrannten Knochen, primitiven Faustkeilen und Pflanzen in einer Höhle in Südafrika. Diese Funde sind etwa 1 Million Jahre alt und belegen somit eindeutig, dass der Frühmensch, wie zum Beispiel der Homo erectus, bereits über die Fähigkeit verfügte, das Feuer zu beherrschen, und dass die Geschichte der Menschheit sich tatsächlich über so einen langen Zeitraum erstreckt.</p>
<p>Die Archäometrie beschäftigt sich mit der Altersbestimmung von archäologischen Funden. Damit ein wenig mehr Verständnis in die Diskussion über das Menschenalter kommt, anbei eine kurze Auflistung der bekannten Möglichkeiten zur Bestimmung. Meistens werden mehrere Methoden gleichzeitig durchgeführt, und deren gegenseitiger Abgleich führt dann zu einer höheren Wahrscheinlichkeit bei der Festlegung.</p>
<p>Die neue Wissenschaftsdisziplin der Archäometrie (griechisch: archaio: alt und metron: messen) ist eine Disziplin, in der Physiker, Archäologen, Geschichtler, Kunsthistoriker, Geologen und Atomphysiker fachbereichsübergreifend arbeiten, um durch Mehrfachuntersuchungen eine höhere Sicherheit in die Altersbestimmung zu bringen.</p>
<p>Anhand der bekannten Methoden konnte die Geologie im 19. Jahrhundert nur eine relative Zeitbestimmung durchführen. Das wirkliche Alter der Erde sowie die Zeitspanne der einzelnen Phasen konnten nur geschätzt werden. Eine Berechnung durch einen der bekanntesten Wissenschaftler der damaligen Zeit, Lord Kelvin, im Jahre 1862 ergab ein Erdalter von 20 bis 40 Millionen Jahren. Durch die Entdeckung der Radioaktivität wurden radiometrische Methoden zur Altersbestimmung entwickelt, die es möglich machten, relative geologische Zeiteinteilung absolut zu datieren.</p>
<h2><strong>Afrika wird als Wiege der Menschheit angesehen</strong></h2>
<p>Nikolaus Steno formulierte 1669 das Grundgesetz der Stratigrafie (Schichtenkunde): Aus Ablagerungen aus der Luft und durch Zersetzung der Oberfläche entwickeln sich Schichten. Bei ungestörten Schichtfolgen (Störung = z. B. Meteoriteneinschlag) liegen jüngere Schichten auf älteren.</p>
<p>Eine andere These von ihm definiert, dass sich das Leben auf der Erde „einsinnig“ entwickelt hat, also dass sich bestimmte Ereignisse einfach nicht wiederholen. Unter diesen Prämissen machte man sich daran, die Abfolge der Fossilien und Schichten aufzuzeichnen, in Profilen zusammenzufassen und global zu vergleichen. Daraus ergab sich die Einteilung der Erdgeschichte in vier große Zeitalter: Präkambrium, Paläozoikum, Mesozoikum und Känozoikum, und die Untergliederung in Teilperioden, wie beispielsweise des Mesozoikums in Trias, Jura und Kreide und gegebenenfalls auch noch nach lokalen Gegebenheiten.</p>
<p>Eine weitere bekannte Methode zur Altersbestimmung über die Radioaktivitätsmessung ist unter anderem die Kohlenstoffanalyse. In den obersten Luftschichten der Atmosphäre werden durch die energiereichen Strahlungen der Sonne und anderer Sterne Atome gespalten und radioaktive Nuklide erzeugt. Wird ein Atomkern von einem Neutronenstrahl getroffen, wird der Kern gespalten. Die Bruchstücke fliegen auseinander, kollidieren mit anderen Kernen und es entstehen neue, eben radioaktive Kerne, wie das 14C (C steht für Kohlenstoff).</p>
<p>Das radioaktive Nuklid 14C mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren wird durch Jetströme, das sind Winde in großen Höhen, und andere Wetterphänomene über die ganze Erde verteilt. Alles, was lebt, baut Kohlenstoff in seine Körper ein und unterscheidet dabei nicht zwischen radioaktiven oder nichtradioaktiven Atomen. Wenn das Lebewesen seinen Stoffwechsel einstellt, werden keine neuen Atome mehr aufgenommen, und der Zerfallsprozess dezimiert die vorhandenen Nukleotide.</p>
<p>Also ist nach 5730 Jahren nur noch die Hälfte vorhanden, danach nur noch ein Viertel, theoretisch so lange, bis nichts mehr nachweisbar ist. Man kann also aus der Anzahl der noch vorhandenen radioaktiven 14C-Atome in einem abgestorbenen Lebewesen den Todeszeitpunkt bestimmen. Doch reicht die Methode nur etwa 30- bis 40.000 Jahre zurück, und es gehört sehr viel Erfahrung dazu, denn die Anzahl der Kohlenstoff-Nukleotide war über die Jahrtausende nie konstant. Größere Sonnenaktivitäten, Vulkanausbrüche oder Brände können das Verhältnis zwischen dem radioaktiven und dem normalen Kohlenstoffatom in der Atmosphäre natürlich verändern.</p>
<h2>Knochenfunde des Neandertalers liegen bei ca. 30–40.000 Jahren Alter</h2>
<p>Eine ähnliche Methodik wird auch für andere Elemente angewendet, wie Kalium-Argon, Rubidium-Strontium, Thorium-230 und Blei. Welche Methode zur Anwendung kommt, wird durch die Zusammensetzung der Probe definiert. Scherzeshalber sei erwähnt, dass vor allem unsere Abfälle aus den Atomreaktoren zu den beständigsten Überbleibseln unserer Zeit gehören werden, denn Uran 238 hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Es gibt also keinen „sichereren“ Job, als in einem Endlager für Reaktorabfälle zu arbeiten.</p>
<p>Die wohl wichtigste und revolutionäre neue Erkenntnisse verschaffende Methode ist die DNA-Analyse. Jede Spezies verändert ihre Genstruktur aufgrund des spezifischen Umgebungsdruckes, also Nahrungsstruktur und Wetterbedingungen, in einer eindeutigen, wiedererkennbaren und vergleichbaren Art und Weise. Zwar kann man aus einem 60.000 Jahre alten Knochen keine komplette DNA mehr extrahieren, aber von den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, finden sich noch Exemplare, aus denen man Erkenntnisse gewinnen kann. Im Jahre 1997 hat man mehr als 30.000 Jahre alte Knochen, die dem Neandertaler zugerechnet werden, untersucht und kam zu erstaunlichen Ergebnissen. Aber davon später.</p>
<p>Ich persönlich würde mich aufgrund der vorhandenen Knochenfunde eher der Fraktion zuwenden, die den Beginn der Humaniden vor etwa 2 Millionen Jahren ansetzt, zumal wir nur sehr wenig davon wissen, was in der Zeit zwischen damals und heute tatsächlich so alles passiert ist. Katastrophen, Seuchen und sonstige gravierende Einflüsse könnten das Wachsen der Population stark beeinflusst, ja sogar zum Aussterben bestimmter Teile der Erdbevölkerung geführt haben. Da es darüber nun mal keine umfassende Geschichtsschreibung gibt, muss die Menschheit sich diese Erkenntnisse Stück für Stück erarbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org/wie-es-mit-uns-menschen-anfing/">Die Evolutionstheorie: Wie es mit uns Menschen anfing</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://gen-gesundheit.org">Gen-Gesundheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
