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	<title>Evolution &#8211; Gen-Gesundheit</title>
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		<title>Der Zelltod: Aktuelle Forschung und Ausblick</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/der-zelltod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2020 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt eine ganze Menge von Forschungen, die versuchen, das Rätsel des Zelltodes, also unsere natürliche Zerfallsprogrammierung, zu lösen. Auch hier spielen die epigenetischen Schalter eine wesentliche Rolle. Wenn wir älter werden, lassen die Zellaktivitäten nach, das <a href="https://gen-gesundheit.org/starkes-immunsystem-gesund-durch-die-kalte-jahreszeit/">Immunsystem</a> wird anfälliger, wir erkranken. Entzündungsprozesse nehmen in der Folge zu, wozu auch die krebstechnische Entartung einer Zelle gehört. Wir sterben zum Schluss an einer generellen „chronischen Entzündung“.</strong></p>
<p>Wissenschaftler vermuten daher, dass die Langlebigkeitsgene sich in den Stellen der DNA verstecken, die die Proteine der Immunabwehr steuern. Eine besondere Rolle spielt dabei die Telomerase. Bei jeder Duplizierung verkürzt sich der DNA-Strang ein wenig. Die Telomerase schließt sich wie eine Schutzkappe um die jeweiligen DNA-Enden und ersetzt fehlende Basen. Dadurch bleibt die DNA länger teilungsfähig und damit auch die ganz Zelle. Im Reagenzglas konnte man bereits den Alterungsprozess von Zellen durch die gezielte Gabe des Enzyms stoppen. Wir sind jedoch weit davon entfernt, dies auch für den menschlichen Organismus einsetzen zu können.</p>
<figure id="attachment_959" aria-describedby="caption-attachment-959" style="width: 223px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher.jpg"><img class="wp-image-959" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-200x300.jpg" alt="" width="223" height="335" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-200x300.jpg 200w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-768x1152.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Forscher-683x1024.jpg 683w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a><figcaption id="caption-attachment-959" class="wp-caption-text">© Drew Hays / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Forschung zum Zelltod<br />
</strong></h2>
<p>Der Ansatz ist verheißungsvoll und erschreckend zugleich! Wie gut die Telomeraseproduktion im Körper verläuft, obliegt einzig und allein unseren epigenetischen Systemen und den vorhandenen genetischen Voraussetzungen. Insbesondere der Einfluss von Dauerstress, echtem oder nur selbst empfundenem, wirkt sich nachweislich auf die Telomerasekonzentration aus. Es gibt weitere Stoffe, die die Produktion der Telomerase fördern oder deren Abbau reduzieren. Dazu gehören das den Blutzucker regulierende Gen IGF1 sowie das für die Insulinempfindlichkeit maßgebliche Gen FOXA3A. Ein niedriger Insulinpegel spricht statistisch für ein längeres Leben.</p>
<p>Ebenfalls wichtig ist das Protein Sirtuin, das sich um die Telomerase legt, an den Histonschwänzen andockt und sie durch den Abbau von aggressiven Acetylgruppen vor ungewolltem Zugriff schützt. Eine besonders charmante Form der Lebensverlängerung wird dem Rotwein nachgesagt, der die Substanz Reservatol enthält, die wiederum positiv auf die Produktion von Sirtuin wirken soll. So ganz genau kennt man den Zusammenhang noch nicht – ist aber auch ganz egal, denn der Rotwein schmeckt hoffentlich auch so, natürlich in Maßen! Egal für was und wie man sich entscheidet, das Alter bietet viele schöne Seiten.</p>
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		<title>Vererbte Instinkte: Wie wirken sich Triebe auf unsere Fähigkeiten und Eigenschaften aus?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/vererbte-instinkte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die Umwelt auf diese hat. Dass dort vieles im Fluss ist, zeigen die neuen Erkenntnisse der Epigenetik. Diese erforscht, wie Umwelteinflüsse innerhalb der genetischen Strukturen Veränderungen schaffen können, ohne das Genom in sich zu verändern. </strong></p>
<p>Je länger ich mich mit den Recherchen zu diesem Thema beschäftigt habe, desto mehr Quellen weisen darauf hin, dass es keine monokausalen Zusammenhänge gibt, das wäre ja auch zu einfach, sondern eher eine Vermengung von festen und variablen Determinaten, die unser Sein und Handeln bestimmen.</p>
<h2><strong>Welchen Einfluss haben Instinkte auf unser Handeln?</strong></h2>
<p>Nach der Definition der Verhaltensforschung (Ethologie) sind Instinkte angeborene, zweck- und zielgerichtete, überdauernde artspezifische Bewegungs- und Verhaltensmuster. Diese sind im Laufe von Jahrmillionen Jahren durch den natürlichen Selektionsprozess entstanden: Was zum besseren Überleben der Spezies beiträgt, überlebt. Bekannte Größen wie Sigmund Freud, C. L. Hull, Konrad Lorenz und William McDougall haben prägende Forschungen in diesem Feld hinterlassen. Der britische Psychologe McDougall definiert den Instinktbegriff wie folgt:</p>
<figure id="attachment_838" aria-describedby="caption-attachment-838" style="width: 498px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg"><img class="wp-image-838" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg" alt="" width="498" height="332" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg 1920w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></a><figcaption id="caption-attachment-838" class="wp-caption-text">© Manfred Antranias Zimmer / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>„Wir definieren einen Instinkt als eine ererbte oder angeborene psychophysische Disposition, die dafür verantwortlich ist, dass ihr Besitzer Objekte einer bestimmten Klasse wahrnimmt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt [kognitiver Teilprozess], im Falle der Wahrnehmung eines solchen Objekts eine emotionale Erregung ganz bestimmter Qualität erlebt [affektiver Teilprozess] und in Bezug auf [das Objekt] in ganz bestimmter Weise handelt oder zumindest den Impuls zu einer solchen Handlung [motivationaler Teilprozess] erlebt.“ McDougall (Introduction to Social Psychology, 31. Auflage, 1960, S. 59)</p>
<p><strong>Funktion von Instinkten nach McDougall:</strong></p>
<ul>
<li>Durch die der Situation angemessene Aktivierung bestimmter Handlungsimpulse werden Handlungen motiviert, die sich in der Evolution als wiederkehrende Anpassungsprobleme erwiesen haben (z. B. Flucht bei Gefahr).</li>
<li>Instinkte sind primäre Antriebe für alle Handlungen!</li>
<li>„Die Instinkte sind direkt oder indirekt die primären Antriebsquellen jeder menschlichen Tätigkeit. … Der komplexe intellektuelle Apparat selbst der höchstentwickelten Psyche ist nur ein Mittel zu diesen Zielen, ist bloß das Instrument, durch das diese Impulse ihre Befriedigung zu erlangen suchen …“ McDougall (1960, S. 59)</li>
</ul>
<h2><strong>Wo sind die Instinkte anatomisch angesiedelt? </strong></h2>
<p>McDougall vermutet den zentralen Teil des Instinktmechanismus in den Basalganglien des Gehirns, die dann die Verteilung derjenigen Nervenimpulse, die die Tätigkeit der viszeralen (= inneren) Organe, wie Herz, Lunge, Blutgefäße usw. so beeinflussen, wie es für die möglichst effektive Ausführung einer Instinkthandlung notwendig ist. Man könnte sich das wie eine Festverdrahtung beim Computer vorstellen. Eben ein Programm, das schon von Geburt an vorhanden ist und sich nicht mehr löschen lässt.</p>
<h2><strong>Welche Instinkte gibt es und welche sind im Menschen am stärksten ausgeprägt?</strong></h2>
<p>Laut McDougall besitzt der Mensch sieben Hauptinstinkte:</p>
<ul>
<li>Fluchtinstinkt (Furcht),</li>
<li>Abwehr (Ekel),</li>
<li>Neugier (Staunen),</li>
<li>Kampfinstinkt (Zorn),</li>
<li>Selbstbehauptung (positives Selbstgefühl),</li>
<li>Selbsterniedrigung (negatives Selbstgefühl),</li>
<li>Pflegeinstinkt (Fürsorglichkeit).</li>
</ul>
<p>Es gibt viele Theorien, welcher Instinkt beim Menschen am stärksten ausgeprägt ist.  So meint Darwin in seiner Evolutionstheorie, dass das Mitgefühl an erster Stelle stünde. Zu dem Bereich Gefühl gehören natürlich auch Expressionen wie Liebe, Hass, Mutter- und Vatergefühle sowie die Fürsorge.</p>
<p>Andere Wissenschaftler halten den Selbsterhaltungstrieb für den stärksten. Auch der Geschlechtstrieb wird von vielen Wissenschaftlern als einflussreichster Hauptinstinkt angesehen. Er sichert das Überleben der Rasse durch eine möglichst hohe Reproduktionsquote (Nachkommen pro Zeiteinheit). Die Geschichte gibt den Befürwortern der Theorie Recht: Denn in der Geschichte der Natur und der Menschheit haben insbesondere die Arten überlebt, die in der Lage waren, sich möglichst schnell fortzupflanzen und für die bessere Ernährung der Nachkommen zu sorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gen-Analyse: Chancen und Visionen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher suchen lassen würde. In einer gewaltigen, konzertierten Aktion begannen ab 1990 Forscher, sich an die Dechiffrierung des individuellen Gencodes zu machen und damit das letzte Geheimnis des Menschen zu lüften.</strong></p>
<p>Ziel war es, alle Gene auf der DNA zu analysieren, herauszufinden, wo ein Gen anfängt, wo es aufhört, und welche Aufgabe es erfüllt. Die weitere Vision war es, Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu reparieren. So wetteiferten Wissenschaftler auf der ganzen Welt, das Rätsel der genetischen Information zu entwirren. Dies war ein nicht ganz billiges Unterfangen. So kostete 1985 die Sequenzierung, also das Ablesen der einzelnen Bausteine, etwa 1 Dollar pro nachweisbarem Nukleotid. Heute machen das Analyseroboter zu einem Preis von unter einem Cent und in wesentlich kürzerer Zeit. Die Gier nach Ruhm und Profit ließ die Gelder sowohl der staatlichen als auch der privaten Institutionen und Privatpersonen stetig fließen.</p>
<h2><strong>Die Entschlüsselung der menschlichen DNA</strong></h2>
<p>Dann, nach fast zehn Jahren Arbeit, verkündete Bill Clinton zusammen mit Craig Venter von der Firma Celera Genomics am 26. Juni 2000, dass es nun endlich gelungen sei, 97 Prozent der menschlichen Erbinformation zu entschlüsseln.</p>
<p>Die Verkündung zog heftige Diskussionen nach sich. Die Gegner sahen den gläsernen Menschen kommen und befürchteten zum Beispiel die systematische Aussiebung von Menschen mit „schlechten Genen“, während die Befürworter das Ende von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Alzheimer in erreichbarer Nähe wähnten.</p>
<figure id="attachment_843" aria-describedby="caption-attachment-843" style="width: 611px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg"><img class="wp-image-843 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg" alt="" width="611" height="444" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg 502w" sizes="(max-width: 611px) 100vw, 611px" /></a><figcaption id="caption-attachment-843" class="wp-caption-text">Freie Trisomie 21 des Gens 21. Quelle: Tenbusch, Wolfgang: Die Gen-Power-Formel. Für mehr Energie, Lebensfreude und Erfolg.</figcaption></figure>
<p>Doch bald kam die große Ernüchterung, denn schnell musste man feststellen, dass es sehr schwer war, den genauen Anfang und das Ende sowie die Funktion eines Gens zu bestimmen. So ist es bis heute nur bei ganz wenigen Erkrankungen möglich, die Ursache eindeutig auf bestimmte Gendefekte zurückzuführen. Ein Beispiel ist das Down-Syndrom, das auf einem Defekt des Chromosoms 21 beruht, bei dem das Gen in dreifacher Ausführung vorliegt, die sogenannte Trisomie 21. Ansonsten gibt es nur wenige eindeutig korrelierte Verknüpfungen zwischen Gen und Krankheit.</p>
<h2><strong>Wie weit ist die Genforschung?</strong></h2>
<p>Gen-Analysen oder Gentests sind heute schon schnell und erschwinglich zu haben. Interessanterweise hat Google in zwei Analyse-Unternehmen investiert: 23andme und Navigenics. Aber auch in Deutschland hat man bei der Firma Personal Genomics Services (PGS) in Frankfurt den Trend erkannt und bietet einen Test für den Normalverbraucher an.</p>
<p>Doch die Ergebnisse sind noch immer sehr ungenau und schickt man Tests an zwei unterschiedliche Firmen, so gibt es Abweichungen zwischen den Analysen. In den Ergebnissen werden allgemein Risikopotenziale zum Beispiel für Alzheimer und andere Krankheiten aufgezeigt. Ob diese unabwendbar sind oder nur eine Möglichkeit darstellen, die noch von vielen anderen Faktoren abhängt, das kann nur ein Facharzt für Humangenetik richtig und verantwortungsbewusst beurteilen. Deshalb sollten Sie Vorsicht im Umgang mit den eigenen genetischen Daten und deren Interpretation walten lassen!</p>
<h2><strong>Fazit:</strong></h2>
<ul>
<li>Die Genanalyse schafft nur einen Überblick über die individuelle Struktur. Sie gibt keine Auskunft über die in der Zukunft stattfindenden Genexpressionen. Diese beeinflussen wir stark durch unseren eigenen <a href="https://gen-gesundheit.org/gute-vorsaetze-neues-jahr-alter-trott-acht-einfache-tipps-fuer-ein-gesundes-neues-jahr/">Lebensstil</a>.</li>
<li>Genanalysen sind noch fehlerbehaftet und sollten nur von einem geschulten Arzt interpretiert werden.</li>
<li>Wir sind noch weit davon entfernt, gezielte genspezifische Medikamente für die breite Anwendung zu produzieren.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Geschichte des Zuckerkonsums: vom überlebenswichtigen Energielieferanten zum täglichen Begleiter</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/zuckermythen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carsten Hinnah]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 08:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsmythos]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte des Zuckerkonsums ist lang und faszinierend. Vor 10.000 Jahren bauten Menschen erstmals Zuckerrohr an. Die reichhaltige Pflanze diente...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Geschichte des Zuckerkonsums ist lang und faszinierend. Vor 10.000 Jahren bauten Menschen erstmals Zuckerrohr an. Die reichhaltige Pflanze diente vor allem als Energielieferant. In der Spätantike entwickelte sich Zucker zum Luxusgut der Reichen und Mächtigen. Erst die Industrialisierung machte den süßen Rohstoff auch für die breite Bevölkerung erschwinglich. In den letzten Jahrzehnten ist der Zuckerkonsum weltweit stark angestiegen. Die Folge: Immer mehr Menschen sind übergewichtig und leiden an Krankheiten wie Diabetes, Gelenkschäden oder Herzproblemen. Eine Analyse.</strong></p>
<p>Zucker ist heutzutage allgegenwärtig. Wir finden ihn in beinahe allen verarbeiteten Lebensmitteln – häufig als einer der Hauptbestandteile. Zur Adventszeit ist der Zuckerkonsum in der Regel besonders hoch. Lebkuchen, Dominosteine, Marzipan oder Punsch sind Verlockungen, denen nur die wenigsten Menschen widerstehen können. Grund dafür ist ein uralter Mechanismus.</p>
<h2><strong>Unsere Vorliebe für Süßes ist angeboren</strong></h2>
<p>Die Vorliebe für Süßes ist uns in die Wiege gelegt. Von frühster Kindheit an sehnen wir uns nach süßen Speisen und Getränken. Wissenschaftler konnten dies bei einem Experiment feststellen, bei dem sie Säuglingen Wasserlösungen mit unterschiedlichen Aromen gaben. Die Reaktionen waren stets dieselben: Schmeckte die Lösung bitter, verzogen die Neugeborenen das Gesicht, schmeckte sie sauer, schürzten sie abwehrend ihre Lippen. Die süße Lösung begrüßten die Säuglinge dagegen mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Ein klares Zeichen dafür, dass Menschen eine universelle Vorliebe für Süßes besitzen. Es verwundert daher kaum, dass Muttermilch süßlich schmeckt.</p>
<p>Viele Wissenschaftler nehmen an, dass diese universelle Vorliebe auf einen Überlebenstrick unserer frühen Vorfahren zurückgeht. Um festzustellen, ob ein Lebensmittel genießbar war, mussten sie sich auf ihre Sinne verlassen. Allerletzte Hilfe im Entscheidungsprozess war dabei der Geschmackssinn. Er fungierte und fungiert noch heute als Sensor für die Genießbarkeit von Nahrung. Unser Körper verlässt sich bei der Entscheidungsfindung auf über Generationen erworbenes Wissen. So schmecken giftige Pflanzen in der Regel bitter und unreife oder verunreinigte Nahrung häufig sauer. Süße Lebensmittel verknüpfen wir hingegen mit Genießbarkeit. Sobald unsere Zunge etwas Süßes wahrnimmt, fühlen wir uns wohl. Biologen konnten beobachten, dass der menschliche Körper endogene Opiate ausschüttet, wenn er etwas Süßes schmeckt.</p>
<h2><strong>Zucker als Katalysator für die Entwicklung der Menschheit</strong></h2>
<figure id="attachment_615" aria-describedby="caption-attachment-615" style="width: 469px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung.jpg"><img class="wp-image-615" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-300x200.jpg" alt="" width="469" height="313" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Beerenmischung.jpg 1920w" sizes="(max-width: 469px) 100vw, 469px" /></a><figcaption id="caption-attachment-615" class="wp-caption-text">© PublicDomainPictures / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Zucker ist einer der wichtigsten Energielieferanten für den menschlichen Körper. Ohne ihn fehlt uns die Energie, um zu atmen, zu denken und um Bewegungen auszuführen. Unser Gehirn benötigt durchschnittlich rund 140 Gramm Glukose am Tag. Sinkt der Blutzuckerspiegel zu weit ab, funktioniert unser Gehirn nur noch eingeschränkt. Im schlimmsten Fall fallen wir ins Koma. Zucker ist daher für Menschen lebensnotwendig.</p>
<p><a href="https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/?preview_id=328&amp;preview_nonce=c2678c193b&amp;post_format=standard&amp;_thumbnail_id=635&amp;preview=true">Unsere Vorfahren</a> nahmen Zucker zumeist über Früchte auf. Der Großteil des Zuckerkonsums beschränkte sich daher auf die Sommermonate. Dies änderte sich, als die frühen Menschen sesshaft wurden. Durch den Anbau von Nahrungsmitteln wie Getreide und Kartoffeln, die reich an Stärke sind, konnten die Menschen ihren Körper ganzjährig mit Zucker versorgen. Stärke besteht nämlich aus langen Ketten von Zuckermolekülen, die der Körper aufspalten und in Energie umwandeln kann. Zudem stieg der Zuckerkonsum durch Obstanbau sowie das Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker und schließlich gezielte Imkerei.</p>
<p>Kalifornische Wissenschaftler um Karen Hardy nehmen an, dass die vermehrte Aufnahme von Stärke eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns spielte. Sie sind der Ansicht, dass unsere Vorfahren gegenüber Primaten zwei entscheidende Vorteile besaßen. Zum einen waren Nährstoffe durch das Kochen von Nahrung besser zugänglich. Zum anderen entwickelte der Homo sapiens vier zusätzliche Amylase-Gene, die für die Aufspaltung von Stärke verantwortlich sind. Die Forscher folgern, dass die Erfindung des Kochens in Kombination mit dem Zuwachs an Amylase-Genen zu einer Erhöhung der Menge an für das Gehirn verfügbarer Glukose geführt hat. Dies wiederum sei eine Ursache für den Entwicklungsschub des menschlichen Gehirns.</p>
<h2><strong>Die Geschichte des Zuckerkonsums: Energielieferant, Luxusgut, alltäglicher Begleiter</strong></h2>
<p>Zucker ist heute allgegenwärtig. Im Supermarkt begegnen wir dem süßen Rohstoff in vielfältiger Form: als Würfel, Pulver oder als Kristalle in den unterschiedlichsten Größen. Gleichzeitig nehmen wir Zucker über verschiedene Lebensmittel wie Früchte, Milch, Süßspeisen, Limonaden oder Getreideprodukte täglich zu uns. Auf diese Weise konsumieren wir in Deutschland pro Jahr im Durchschnitt rund 35 Kilo Zucker.</p>
<figure id="attachment_690" aria-describedby="caption-attachment-690" style="width: 443px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker.jpg"><img class="wp-image-690" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-300x179.jpg" alt="" width="443" height="264" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-300x179.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-768x458.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker-1024x610.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Würfelzucker.jpg 1920w" sizes="(max-width: 443px) 100vw, 443px" /></a><figcaption id="caption-attachment-690" class="wp-caption-text">© Humusak / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Unsere Vorfahren konnten von diesen Zahlen nur träumen. Bis zur industriellen Revolution war Zucker ein Luxusgut, das selbst für die gesellschaftliche Elite schwer zugänglich war. Dabei ist die Geschichte der Zuckerherstellung lang. Die Grundlage bildete der Anbau von Zuckerrohr vor rund 10.000 Jahren in Polynesien. Über Asien gelangte die nahrhafte Pflanze nach Persien, wo sie erstmals um das Jahr 600 n. Chr. zu Zucker verarbeitet wurde.</p>
<p>Seinen ersten Aufschwung erlebte der Zuckerkonsum nach der zweiten Amerikareise von Christopher Kolumbus, der Zuckerrohrsetzlinge in die Karibik verschiffte. Binnen weniger Jahrzehnte entstanden in der Karibik zahlreiche Zuckerrohrplantagen. Den Zuckernachschub für die wohlhabenden Europäer, die im 17. Jahrhundert damit begannen, exotische Getränke wie Tee, Kaffee und Kakao mit Zucker zu süßen, sicherten die Kolonisten durch einen menschenverachtenden Dreieckshandel zwischen Afrika (Sklaven), Amerika (Zuckerrohranbau) und Europa (Zuckerraffinerien).</p>
<p>Durch eine unscheinbare Wurzel verlor Zucker im 18. Jahrhundert seinen Stellenwert als Luxusgut schließlich vollends. 1747 entdeckte der Berliner Apotheker Andreas Marggraf nämlich den Zuckergehalt der Runkelrübe. Rund 50 Jahre später schaffte sein ehemaliger Assistent Franz Achard die Grundlage für die industrielle Zuckerproduktion mit dem Bau der ersten Rübenzuckerfabrik in Schlesien. Zudem züchtete der Chemiker die erste Zuckerrübe. Der Siegeszug des süßen Lebensmittels war nicht mehr aufzuhalten.</p>
<figure id="attachment_692" aria-describedby="caption-attachment-692" style="width: 374px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade.jpg"><img class="wp-image-692" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-300x200.jpg" alt="" width="374" height="249" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-768x513.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/03/Limonade-1024x684.jpg 1024w" sizes="(max-width: 374px) 100vw, 374px" /></a><figcaption id="caption-attachment-692" class="wp-caption-text">© rawpixel / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Die negativen Folgen des erhöhten Zuckerkonsums</strong></h2>
<p>Mit der industriellen Produktion fielen die Zuckerpreise inflationär, das einstige Luxusgut entwickelte sich zum Gegenstand des täglichen Bedarfs. Heute nimmt jeder Deutsche durchschnittlich 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich. Das ist vier Mal so viel wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Für den Körper bedeutet die Aufnahme von Industriezucker „leere Kalorien“, denn abgesehen vom Energiegehalt liefert Zucker keine essentiellen Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Die Folgen des enormen Zuckerkonsums für die Gesundheit sind katastrophal. Man nimmt zu viele Kalorien zu sich, sodass das Risiko, Übergewicht zu entwickeln, rapide steigt. In Deutschland gelten derzeit 50 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als übergewichtig.</p>
<p>Übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko an Krankheiten wie Diabetes, Arthritis oder Herzkrankheiten zu erkranken. Regelmäßiger Zuckerkonsum in hohen Dosen schädigt zudem die Zähne sowie die Leber, irritiert den Magen und zerstört die gesunde Darmflora. Darüber hinaus legen Studien nahe, dass es eine Verbindung zwischen mangelnder Konzentrationsfähigkeit und einem erhöhten Zuckerkonsum gibt. Einige Forscher sind sogar der Ansicht, dass zu viel Zucker das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht.</p>
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		<title>Die Evolutionstheorie: Wie es mit uns Menschen anfing</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 10:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Menschheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie ist Schauplatz einer der größten Glaubenskriege, die es, abgesehen von dem noch furchtbareren Kampf der Religionen gegeneinander, seit Jahrhunderten...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie ist Schauplatz einer der größten Glaubenskriege, </strong>die es, abgesehen von dem noch furchtbareren Kampf der Religionen gegeneinander, seit Jahrhunderten gibt: die Evolutionstheorie.</p>
<p>Im Jahre 1859 versetzte der Wissenschaftler Charles Darwin der gesamten theologischen Glaubenswelt mit seinen Beiträgen zur Evolutionstheorie einen fundamentalen Tiefschlag. So behauptete er in seinem Buch „On the Origin of Species“, dass sich der Mensch aus jahrmillionenlanger Auslese entwickelt hat. Fast zwanzig Jahre lang traute er sich nicht, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, denn die Kirche ging in ihrer Geschichte nicht immer freundlich mit ihren Kritikern um. Wir erinnern uns nur an die Inquisition, die versuchte, die vielen astronomischen Entdeckungen von Galileo Galilei (15. Februar 1564–8. Januar 1642) zu unterdrücken. Die Schöpfungsgeschichte infrage zu stellen, war ebenfalls ein geradezu unerhört ketzerischer Ansatz.</p>
<h2>Die Evolutionstheorie und die Frage der Entwicklung des Lebens</h2>
<p>Die Grundidee der „natürlichen Auslese“ besagt stark vereinfacht: Lebewesen vermehren sich in größerer Zahl, als aufgrund des beschränkten Nahrungs- oder Raumangebots eigentlich existieren können. Dies führt zum „Kampf ums Dasein“, bei dem diejenigen Individuen überleben, die aufgrund bestimmter, zufällig erworbener Eigenschaften zweckmäßiger an die vorgefundenen Lebensumstände angepasst sind. Über ungezählte Generationen hinweg führen Merkmalsvariation und Ausleseprinzip zu einer allmählichen Veränderung der Arten, zu völlig neuen Lebensformen und schließlich über eine Vielzahl von Zwischenstufen (hier insbesondere die Schimpansen) zur Ausbildung des ersten Menschen.</p>
<blockquote><p><strong>Die Entstehungsgeschichte der Menschheit sowie der Sprung</strong><br />
<strong>zum Homo sapiens sapiens liegen im Spannungsbogen zwischen</strong><br />
<strong>Religion und Wissenschaft. Die Theorien sind vielfältig</strong></p></blockquote>
<p>Die unerhörte Erkenntnis Darwins war, dass diesem Prozess keinerlei göttlicher Schaffungsakt zugrunde liegt, dass zufällige Mutationen und umweltbedingte Notwendigkeiten die einzigen echten Kräfte in diesem langsam ablaufenden Entwicklungsprozess sind. Evolutionsbiologen weisen immer wieder darauf hin, dass die Evolution auch ganz anders hätte ausgehen können, je nachdem welchen Umwelteinflüssen das System ausgesetzt war. Was wäre passiert, wenn nicht ein großer Meteoriteneinschlag (eine viel diskutierte Theorie) die Dinosaurier von der Erde hätte verschwinden lassen?</p>
<p>In der religiösen Sichtweise sieht das natürlich etwas anders aus. Die zweite Schöpfungsgeschichte (1. Mose, Kapitel 2, Vers 7) beschreibt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ In Vers 21 und 22 heißt es dann weiter: „Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.“</p>
<p>Gerade diese Stelle führt bei meiner Frau immer zu Gefühlausbrüchen, wenn ich darauf verweise, wie das weibliche Geschlecht entstanden ist. Aber vielleicht wollte die Bibel damit ja nur einen diffizilen Evolutionsprozess beschreiben?</p>
<h2>Evolution in Schüben?</h2>
<p>Der bekannte amerikanische Evolutionist und Paläontologe Prof. Niles Eldredge äußert hinsichtlich der so extrem uneinheitlichen Richtung innerhalb der wissenschaftlichen Liga wie folgt seine Bedenken: „Gelegentlich hat es den Anschein, als gäbe es über jedes [evolutionäre] Thema genauso viele Ansichten, wie es Biologen gibt.“ In seinem bekanntesten Buch über dieses Thema geht er interessanterweise davon aus, dass es keine kontinuierliche Evolution gibt, sondern starke Schübe, in denen sich besonders viel verändert.</p>
<p>Welche Version besser gefällt, überlasse ich dem werten Leser selbst. Für dieses Buch ist es nicht so wichtig, wer den entscheidenden Impuls gegeben hat, um den ersten Menschen zu schaffen, sondern wir wollen uns mehr mit dem beschäftigen, was danach passierte.</p>
<blockquote><p><strong>Die ältesten menschenähnlichen Funde datiert man auf</strong><br />
<strong>6–7 Millionen Jahre: „Sahelanthropus tchadensis“. Man fand</strong><br />
<strong>sie im Juli 2001 in der Sahelzone in Zentralafrika</strong></p></blockquote>
<figure id="attachment_591" aria-describedby="caption-attachment-591" style="width: 744px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik.jpg"><img class="wp-image-591" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-300x150.jpg" alt="" width="744" height="372" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-300x150.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-768x384.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik-1024x512.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/01/Genetik.jpg 1920w" sizes="(max-width: 744px) 100vw, 744px" /></a><figcaption id="caption-attachment-591" class="wp-caption-text">© geralt / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Leider kann ich oder besser gesagt die Wissenschaft, auch den nächsten Punkt nicht zweifelsfrei präsentieren, nämlich wie alt die Menschheit ist. Als „Wiege der Menschheit“ werden seit einigen Jahren die Fundstätten hominider Fossilien in Südafrika bezeichnet. Als die ältesten Funde außerhalb Afrikas gelten die von Dmanisi, deren Alter auf 1,75 bis 1,8 Millionen Jahre datiert wurde. Auf 6 bis 7 Millionen Jahre datiert man den „Sahelanthropus tchadensis“, den man im Juli 2001 in der Sahelzone in Zentralafrika fand</p>
<p>„Toumaï“ könnte aus der Zeit der Trennung der Affen- und Menschenartigen (Hominiden) stammen und zwinge dazu, die bisherige Ansicht zu überdenken, dass Ost- und Südafrika die Wiege des Menschen seien, schreiben Projektleiter Michel Brunet und Kollegen im Juli 2002 im britischen Forschungsjournal „Nature“ (Michel Brunet et al., Nature, Band 418, 2002, S. 151).</p>
<p>Auf gute 6 Millionen Jahre wird der „Orrorin tugenensis“ geschätzt, den man im Oktober 2000 in der Boringo-Region in Kenia gefunden hat. Es gibt allerdings auch Autoren wie Michael Brandt, die von einem wesentlich geringeren Zeitraum von nur wenigen Zehntausend Jahren ausgehen. Brandt meint, dass unsere Bevölkerungszahl eigentlich bei einer so langen Existenzdauer viel höher sein müsste, oder es hätte lange Strecken mit Nullwachstum geben müssen. Auch die geringe Anzahl (= geringe Population) gefundener Steinwerkzeuge spricht gegen ein Millionenalter der Menschen.</p>
<h2>Neue Disziplin: Die Archäometrie</h2>
<p>Eindeutig widerlegt wird diese These durch neueste Funde von verbrannten Knochen, primitiven Faustkeilen und Pflanzen in einer Höhle in Südafrika. Diese Funde sind etwa 1 Million Jahre alt und belegen somit eindeutig, dass der Frühmensch, wie zum Beispiel der Homo erectus, bereits über die Fähigkeit verfügte, das Feuer zu beherrschen, und dass die Geschichte der Menschheit sich tatsächlich über so einen langen Zeitraum erstreckt.</p>
<p>Die Archäometrie beschäftigt sich mit der Altersbestimmung von archäologischen Funden. Damit ein wenig mehr Verständnis in die Diskussion über das Menschenalter kommt, anbei eine kurze Auflistung der bekannten Möglichkeiten zur Bestimmung. Meistens werden mehrere Methoden gleichzeitig durchgeführt, und deren gegenseitiger Abgleich führt dann zu einer höheren Wahrscheinlichkeit bei der Festlegung.</p>
<p>Die neue Wissenschaftsdisziplin der Archäometrie (griechisch: archaio: alt und metron: messen) ist eine Disziplin, in der Physiker, Archäologen, Geschichtler, Kunsthistoriker, Geologen und Atomphysiker fachbereichsübergreifend arbeiten, um durch Mehrfachuntersuchungen eine höhere Sicherheit in die Altersbestimmung zu bringen.</p>
<p>Anhand der bekannten Methoden konnte die Geologie im 19. Jahrhundert nur eine relative Zeitbestimmung durchführen. Das wirkliche Alter der Erde sowie die Zeitspanne der einzelnen Phasen konnten nur geschätzt werden. Eine Berechnung durch einen der bekanntesten Wissenschaftler der damaligen Zeit, Lord Kelvin, im Jahre 1862 ergab ein Erdalter von 20 bis 40 Millionen Jahren. Durch die Entdeckung der Radioaktivität wurden radiometrische Methoden zur Altersbestimmung entwickelt, die es möglich machten, relative geologische Zeiteinteilung absolut zu datieren.</p>
<h2><strong>Afrika wird als Wiege der Menschheit angesehen</strong></h2>
<p>Nikolaus Steno formulierte 1669 das Grundgesetz der Stratigrafie (Schichtenkunde): Aus Ablagerungen aus der Luft und durch Zersetzung der Oberfläche entwickeln sich Schichten. Bei ungestörten Schichtfolgen (Störung = z. B. Meteoriteneinschlag) liegen jüngere Schichten auf älteren.</p>
<p>Eine andere These von ihm definiert, dass sich das Leben auf der Erde „einsinnig“ entwickelt hat, also dass sich bestimmte Ereignisse einfach nicht wiederholen. Unter diesen Prämissen machte man sich daran, die Abfolge der Fossilien und Schichten aufzuzeichnen, in Profilen zusammenzufassen und global zu vergleichen. Daraus ergab sich die Einteilung der Erdgeschichte in vier große Zeitalter: Präkambrium, Paläozoikum, Mesozoikum und Känozoikum, und die Untergliederung in Teilperioden, wie beispielsweise des Mesozoikums in Trias, Jura und Kreide und gegebenenfalls auch noch nach lokalen Gegebenheiten.</p>
<p>Eine weitere bekannte Methode zur Altersbestimmung über die Radioaktivitätsmessung ist unter anderem die Kohlenstoffanalyse. In den obersten Luftschichten der Atmosphäre werden durch die energiereichen Strahlungen der Sonne und anderer Sterne Atome gespalten und radioaktive Nuklide erzeugt. Wird ein Atomkern von einem Neutronenstrahl getroffen, wird der Kern gespalten. Die Bruchstücke fliegen auseinander, kollidieren mit anderen Kernen und es entstehen neue, eben radioaktive Kerne, wie das 14C (C steht für Kohlenstoff).</p>
<p>Das radioaktive Nuklid 14C mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren wird durch Jetströme, das sind Winde in großen Höhen, und andere Wetterphänomene über die ganze Erde verteilt. Alles, was lebt, baut Kohlenstoff in seine Körper ein und unterscheidet dabei nicht zwischen radioaktiven oder nichtradioaktiven Atomen. Wenn das Lebewesen seinen Stoffwechsel einstellt, werden keine neuen Atome mehr aufgenommen, und der Zerfallsprozess dezimiert die vorhandenen Nukleotide.</p>
<p>Also ist nach 5730 Jahren nur noch die Hälfte vorhanden, danach nur noch ein Viertel, theoretisch so lange, bis nichts mehr nachweisbar ist. Man kann also aus der Anzahl der noch vorhandenen radioaktiven 14C-Atome in einem abgestorbenen Lebewesen den Todeszeitpunkt bestimmen. Doch reicht die Methode nur etwa 30- bis 40.000 Jahre zurück, und es gehört sehr viel Erfahrung dazu, denn die Anzahl der Kohlenstoff-Nukleotide war über die Jahrtausende nie konstant. Größere Sonnenaktivitäten, Vulkanausbrüche oder Brände können das Verhältnis zwischen dem radioaktiven und dem normalen Kohlenstoffatom in der Atmosphäre natürlich verändern.</p>
<h2>Knochenfunde des Neandertalers liegen bei ca. 30–40.000 Jahren Alter</h2>
<p>Eine ähnliche Methodik wird auch für andere Elemente angewendet, wie Kalium-Argon, Rubidium-Strontium, Thorium-230 und Blei. Welche Methode zur Anwendung kommt, wird durch die Zusammensetzung der Probe definiert. Scherzeshalber sei erwähnt, dass vor allem unsere Abfälle aus den Atomreaktoren zu den beständigsten Überbleibseln unserer Zeit gehören werden, denn Uran 238 hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Es gibt also keinen „sichereren“ Job, als in einem Endlager für Reaktorabfälle zu arbeiten.</p>
<p>Die wohl wichtigste und revolutionäre neue Erkenntnisse verschaffende Methode ist die DNA-Analyse. Jede Spezies verändert ihre Genstruktur aufgrund des spezifischen Umgebungsdruckes, also Nahrungsstruktur und Wetterbedingungen, in einer eindeutigen, wiedererkennbaren und vergleichbaren Art und Weise. Zwar kann man aus einem 60.000 Jahre alten Knochen keine komplette DNA mehr extrahieren, aber von den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, finden sich noch Exemplare, aus denen man Erkenntnisse gewinnen kann. Im Jahre 1997 hat man mehr als 30.000 Jahre alte Knochen, die dem Neandertaler zugerechnet werden, untersucht und kam zu erstaunlichen Ergebnissen. Aber davon später.</p>
<p>Ich persönlich würde mich aufgrund der vorhandenen Knochenfunde eher der Fraktion zuwenden, die den Beginn der Humaniden vor etwa 2 Millionen Jahren ansetzt, zumal wir nur sehr wenig davon wissen, was in der Zeit zwischen damals und heute tatsächlich so alles passiert ist. Katastrophen, Seuchen und sonstige gravierende Einflüsse könnten das Wachsen der Population stark beeinflusst, ja sogar zum Aussterben bestimmter Teile der Erdbevölkerung geführt haben. Da es darüber nun mal keine umfassende Geschichtsschreibung gibt, muss die Menschheit sich diese Erkenntnisse Stück für Stück erarbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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