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	<title>Stammesgeschichte &#8211; Gen-Gesundheit</title>
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		<title>Vererbte Instinkte: Wie wirken sich Triebe auf unsere Fähigkeiten und Eigenschaften aus?</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/vererbte-instinkte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Wissenschaft herrscht seit längerer Zeit Uneinigkeit darüber, welche menschlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ererbt sind und welchen Einfluss die Umwelt auf diese hat. Dass dort vieles im Fluss ist, zeigen die neuen Erkenntnisse der Epigenetik. Diese erforscht, wie Umwelteinflüsse innerhalb der genetischen Strukturen Veränderungen schaffen können, ohne das Genom in sich zu verändern. </strong></p>
<p>Je länger ich mich mit den Recherchen zu diesem Thema beschäftigt habe, desto mehr Quellen weisen darauf hin, dass es keine monokausalen Zusammenhänge gibt, das wäre ja auch zu einfach, sondern eher eine Vermengung von festen und variablen Determinaten, die unser Sein und Handeln bestimmen.</p>
<h2><strong>Welchen Einfluss haben Instinkte auf unser Handeln?</strong></h2>
<p>Nach der Definition der Verhaltensforschung (Ethologie) sind Instinkte angeborene, zweck- und zielgerichtete, überdauernde artspezifische Bewegungs- und Verhaltensmuster. Diese sind im Laufe von Jahrmillionen Jahren durch den natürlichen Selektionsprozess entstanden: Was zum besseren Überleben der Spezies beiträgt, überlebt. Bekannte Größen wie Sigmund Freud, C. L. Hull, Konrad Lorenz und William McDougall haben prägende Forschungen in diesem Feld hinterlassen. Der britische Psychologe McDougall definiert den Instinktbegriff wie folgt:</p>
<figure id="attachment_838" aria-describedby="caption-attachment-838" style="width: 498px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg"><img class="wp-image-838" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg" alt="" width="498" height="332" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Mutter-mit-Baby.jpg 1920w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></a><figcaption id="caption-attachment-838" class="wp-caption-text">© Manfred Antranias Zimmer / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>„Wir definieren einen Instinkt als eine ererbte oder angeborene psychophysische Disposition, die dafür verantwortlich ist, dass ihr Besitzer Objekte einer bestimmten Klasse wahrnimmt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt [kognitiver Teilprozess], im Falle der Wahrnehmung eines solchen Objekts eine emotionale Erregung ganz bestimmter Qualität erlebt [affektiver Teilprozess] und in Bezug auf [das Objekt] in ganz bestimmter Weise handelt oder zumindest den Impuls zu einer solchen Handlung [motivationaler Teilprozess] erlebt.“ McDougall (Introduction to Social Psychology, 31. Auflage, 1960, S. 59)</p>
<p><strong>Funktion von Instinkten nach McDougall:</strong></p>
<ul>
<li>Durch die der Situation angemessene Aktivierung bestimmter Handlungsimpulse werden Handlungen motiviert, die sich in der Evolution als wiederkehrende Anpassungsprobleme erwiesen haben (z. B. Flucht bei Gefahr).</li>
<li>Instinkte sind primäre Antriebe für alle Handlungen!</li>
<li>„Die Instinkte sind direkt oder indirekt die primären Antriebsquellen jeder menschlichen Tätigkeit. … Der komplexe intellektuelle Apparat selbst der höchstentwickelten Psyche ist nur ein Mittel zu diesen Zielen, ist bloß das Instrument, durch das diese Impulse ihre Befriedigung zu erlangen suchen …“ McDougall (1960, S. 59)</li>
</ul>
<h2><strong>Wo sind die Instinkte anatomisch angesiedelt? </strong></h2>
<p>McDougall vermutet den zentralen Teil des Instinktmechanismus in den Basalganglien des Gehirns, die dann die Verteilung derjenigen Nervenimpulse, die die Tätigkeit der viszeralen (= inneren) Organe, wie Herz, Lunge, Blutgefäße usw. so beeinflussen, wie es für die möglichst effektive Ausführung einer Instinkthandlung notwendig ist. Man könnte sich das wie eine Festverdrahtung beim Computer vorstellen. Eben ein Programm, das schon von Geburt an vorhanden ist und sich nicht mehr löschen lässt.</p>
<h2><strong>Welche Instinkte gibt es und welche sind im Menschen am stärksten ausgeprägt?</strong></h2>
<p>Laut McDougall besitzt der Mensch sieben Hauptinstinkte:</p>
<ul>
<li>Fluchtinstinkt (Furcht),</li>
<li>Abwehr (Ekel),</li>
<li>Neugier (Staunen),</li>
<li>Kampfinstinkt (Zorn),</li>
<li>Selbstbehauptung (positives Selbstgefühl),</li>
<li>Selbsterniedrigung (negatives Selbstgefühl),</li>
<li>Pflegeinstinkt (Fürsorglichkeit).</li>
</ul>
<p>Es gibt viele Theorien, welcher Instinkt beim Menschen am stärksten ausgeprägt ist.  So meint Darwin in seiner Evolutionstheorie, dass das Mitgefühl an erster Stelle stünde. Zu dem Bereich Gefühl gehören natürlich auch Expressionen wie Liebe, Hass, Mutter- und Vatergefühle sowie die Fürsorge.</p>
<p>Andere Wissenschaftler halten den Selbsterhaltungstrieb für den stärksten. Auch der Geschlechtstrieb wird von vielen Wissenschaftlern als einflussreichster Hauptinstinkt angesehen. Er sichert das Überleben der Rasse durch eine möglichst hohe Reproduktionsquote (Nachkommen pro Zeiteinheit). Die Geschichte gibt den Befürwortern der Theorie Recht: Denn in der Geschichte der Natur und der Menschheit haben insbesondere die Arten überlebt, die in der Lage waren, sich möglichst schnell fortzupflanzen und für die bessere Ernährung der Nachkommen zu sorgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gen-Analyse: Chancen und Visionen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/gen-analyse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kim Lara Maire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir wären keine Menschen, wenn uns nicht unser unbändiger Wissensdrang immer wieder nach den Ursachen und dem Warum und Woher suchen lassen würde. In einer gewaltigen, konzertierten Aktion begannen ab 1990 Forscher, sich an die Dechiffrierung des individuellen Gencodes zu machen und damit das letzte Geheimnis des Menschen zu lüften.</strong></p>
<p>Ziel war es, alle Gene auf der DNA zu analysieren, herauszufinden, wo ein Gen anfängt, wo es aufhört, und welche Aufgabe es erfüllt. Die weitere Vision war es, Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu reparieren. So wetteiferten Wissenschaftler auf der ganzen Welt, das Rätsel der genetischen Information zu entwirren. Dies war ein nicht ganz billiges Unterfangen. So kostete 1985 die Sequenzierung, also das Ablesen der einzelnen Bausteine, etwa 1 Dollar pro nachweisbarem Nukleotid. Heute machen das Analyseroboter zu einem Preis von unter einem Cent und in wesentlich kürzerer Zeit. Die Gier nach Ruhm und Profit ließ die Gelder sowohl der staatlichen als auch der privaten Institutionen und Privatpersonen stetig fließen.</p>
<h2><strong>Die Entschlüsselung der menschlichen DNA</strong></h2>
<p>Dann, nach fast zehn Jahren Arbeit, verkündete Bill Clinton zusammen mit Craig Venter von der Firma Celera Genomics am 26. Juni 2000, dass es nun endlich gelungen sei, 97 Prozent der menschlichen Erbinformation zu entschlüsseln.</p>
<p>Die Verkündung zog heftige Diskussionen nach sich. Die Gegner sahen den gläsernen Menschen kommen und befürchteten zum Beispiel die systematische Aussiebung von Menschen mit „schlechten Genen“, während die Befürworter das Ende von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Alzheimer in erreichbarer Nähe wähnten.</p>
<figure id="attachment_843" aria-describedby="caption-attachment-843" style="width: 611px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg"><img class="wp-image-843 " src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg" alt="" width="611" height="444" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21-300x218.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2019/07/Trisomie-21.jpg 502w" sizes="(max-width: 611px) 100vw, 611px" /></a><figcaption id="caption-attachment-843" class="wp-caption-text">Freie Trisomie 21 des Gens 21. Quelle: Tenbusch, Wolfgang: Die Gen-Power-Formel. Für mehr Energie, Lebensfreude und Erfolg.</figcaption></figure>
<p>Doch bald kam die große Ernüchterung, denn schnell musste man feststellen, dass es sehr schwer war, den genauen Anfang und das Ende sowie die Funktion eines Gens zu bestimmen. So ist es bis heute nur bei ganz wenigen Erkrankungen möglich, die Ursache eindeutig auf bestimmte Gendefekte zurückzuführen. Ein Beispiel ist das Down-Syndrom, das auf einem Defekt des Chromosoms 21 beruht, bei dem das Gen in dreifacher Ausführung vorliegt, die sogenannte Trisomie 21. Ansonsten gibt es nur wenige eindeutig korrelierte Verknüpfungen zwischen Gen und Krankheit.</p>
<h2><strong>Wie weit ist die Genforschung?</strong></h2>
<p>Gen-Analysen oder Gentests sind heute schon schnell und erschwinglich zu haben. Interessanterweise hat Google in zwei Analyse-Unternehmen investiert: 23andme und Navigenics. Aber auch in Deutschland hat man bei der Firma Personal Genomics Services (PGS) in Frankfurt den Trend erkannt und bietet einen Test für den Normalverbraucher an.</p>
<p>Doch die Ergebnisse sind noch immer sehr ungenau und schickt man Tests an zwei unterschiedliche Firmen, so gibt es Abweichungen zwischen den Analysen. In den Ergebnissen werden allgemein Risikopotenziale zum Beispiel für Alzheimer und andere Krankheiten aufgezeigt. Ob diese unabwendbar sind oder nur eine Möglichkeit darstellen, die noch von vielen anderen Faktoren abhängt, das kann nur ein Facharzt für Humangenetik richtig und verantwortungsbewusst beurteilen. Deshalb sollten Sie Vorsicht im Umgang mit den eigenen genetischen Daten und deren Interpretation walten lassen!</p>
<h2><strong>Fazit:</strong></h2>
<ul>
<li>Die Genanalyse schafft nur einen Überblick über die individuelle Struktur. Sie gibt keine Auskunft über die in der Zukunft stattfindenden Genexpressionen. Diese beeinflussen wir stark durch unseren eigenen <a href="https://gen-gesundheit.org/gute-vorsaetze-neues-jahr-alter-trott-acht-einfache-tipps-fuer-ein-gesundes-neues-jahr/">Lebensstil</a>.</li>
<li>Genanalysen sind noch fehlerbehaftet und sollten nur von einem geschulten Arzt interpretiert werden.</li>
<li>Wir sind noch weit davon entfernt, gezielte genspezifische Medikamente für die breite Anwendung zu produzieren.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Unsere Stammesgeschichte: Mischung aus Fakten und Vermutungen</title>
		<link>https://gen-gesundheit.org/unsere-stammesgeschichte-mischung-aus-fakten-und-vermutungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carsten Hinnah]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2019 14:53:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gen-Power]]></category>
		<category><![CDATA[Neandertaler]]></category>
		<category><![CDATA[Stammesgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hat der Neandertaler überhaupt existiert? Ist die Menschheit gerade einmal 20.000 Jahre alt? Theorien und Vermutungen gibt es viele zu...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Hat der Neandertaler überhaupt existiert? Ist die Menschheit gerade einmal 20.000 Jahre alt? Theorien und Vermutungen gibt es viele zu unserer Stammesgeschichte. Demgegenüber stehen wissenschaftlich hinterlegte Fakten. Letztlich ist bei der Beschäftigung mit unserer Stammesgeschichte aber vor allem eine Frage wichtig: Was haben wir an genetischen Informationen mitbekommen?</strong></p>
<p>Der Wahrheit kommen wir immer näher, jedes Jahr, jeden Tag wird die Geschichte der Hominiden klarer und deutlicher. Nehmen wir also einmal an, dass am Anfang unserer Entwicklung irgendwo in Ostafrika der Ardipithecus ramidus stand, wir dabei die Entwicklung vom Primaten bis dahin überspringen, dann lebte er vor 4,4 Millionen Jahren.</p>
<h2><strong>Wann beginnt unsere Stammesgeschichte?</strong></h2>
<p>Er hatte einen noch nicht vollkommen aufrechten Gang, aber zumindest schon einen gebückten. Daraus hat sich vor ca. 2,5 Millionen Jahren der Australopithecus garhi entwickelt, dessen Lebensraum in Nordost- und Südafrika vermutet wird und dessen Spuren vor ca. 1 Million Jahren endeten. Er hatte, wie die Affen noch heute, ein Austrittsloch am unteren Schädel und erstmals eine gerade Wirbelsäule; er kannte vermutlich schon Stöcke und unbehandelte Steine, die er, ähnlich wie die Schimpansen, als Werkzeuge nutze. Er ernährte sich von Mischkost (Früchte und Aas), jagte also noch nicht selbst.</p>
<p>Es gibt eine Menge weiterer Unterarten die zur selben Zeit lebten, wie zum Beispiel der Homo rudolfensis mit zumindest schon einem 700 Kubikzentimeter großen Gehirn, und die sich in verschiedenen Regionen unabhängig und parallel dazu entwickelten. Wir gehen davon aus, dass sich die Weltbevölkerung aus dem afrikanischen Raum heraus verbreitet hat. Vor ca. 200.000 Jahren entwickelte sich aus dem europäischen Homo heidelbergensis der Homo neanderthalensis und parallel dazu in Afrika aus dem heidelbergensis endlich der Homo sapiens. Es gibt eine Reihe von Modellen der frühen Hominisation, wobei der aufrechte Gang und warum er sich entwickelte, eine der zentralen Fragen ist. Anhand der Skelettmerkmale kann festgestellt werden, dass sich der aufrechte, zweibeinige Gang des Menschen deutlich früher entwickelte als die starke Vergrößerung des Gehirns. Bei der Savannen-Hypothese vermutet man eine weltweite klimatische Veränderung mit einer Ausbreitung der Steppen und einem Rückgang der Waldbiotope als Anlass.</p>
<figure id="attachment_611" aria-describedby="caption-attachment-611" style="width: 501px" class="wp-caption alignright"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe.jpg"><img class="wp-image-611" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-300x192.jpg" alt="" width="501" height="321" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-300x192.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-768x490.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe-1024x654.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/03/Affe.jpg 1920w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></a><figcaption id="caption-attachment-611" class="wp-caption-text">© Alexas_Fotos / Pixabay.com</figcaption></figure>
<h2><strong>Aufrechter Gang und Zwang zur Kooperation</strong></h2>
<p>Da ein Großteil der Nahrungsquellen sich dann auf dem Boden befand, mit langen Wegstrecken dorthin und nicht auf dem Baum, war die aufrechte Fortbewegung dafür besser geeignet. Eine andere Theorie geht davon aus, dass während der frühen Hominisation Vorfahren des heutigen Menschen teilweise am und im Wasser gelebt</p>
<p>haben. Noch heute können wir bei Menschenaffen im Zoo beobachten: Wenn sie sich im Wasser bewegen, zeigen sie den aufrechten Gang. Eine treibende Kraft der Hominisation war möglicherweise das Zusammenwirken von aufrechtem Gang und dem Zwang zur Kooperation in der Gruppe beim Jagen. Hieraus könnte sich die erste Gebärdensprache entwickelt haben. Eine Verständigung über Gebärden ermöglicht die Ablösung von instinktgesteuertem Verhalten zugunsten kultureller Werte. Dadurch wurde die schnelle Anpassung an neue Lebensräume und veränderte Lebensbedingungen zusätzlich zur biologischen Evolution möglich.</p>
<h2><strong>Größter evolutionärer Schritt der Stammesgeschichte: die Jagd</strong></h2>
<p>Der größte evolutionäre Schritt bleibt meiner Meinung nach die Entwicklung der Jagd. Dies ist somit ein sehr wichtiger Punkt für unsere spätere Betrachtung, welche genetische Veranlagungen der Mensch aus dieser Zeit hat und wie wir sie heute gebrauchen. Um selbst jagen zu können, musste der Mensch den Fähigkeiten der Raubtiere in irgendeiner Weise Paroli bieten. Werkzeuge zur Tötung und zur Bearbeitung der Beute wurden entwickelt. Ebenso war es notwendig, eine Kommunikation zwischen den Jägern aufzubauen, um die Jagd zu koordinieren. Die Frage nach den Führungsqualitäten entwickelte sich, denn die erfolgreichsten Jäger ermöglichten das schnellere Wachstum ihrer Population. Ebenso war es nötig, dem Tier zu folgen und danach wieder nach Hause zu finden, somit die bewusste Orientierung an örtlichen Gegebenheiten, Sonne, Wind und Sterne. Alles ohne Navigation und Karten! Der Jäger musste schnell mit seinen Instinkten entscheiden, ob er angreifen oder fliehen sollte. Somit entstand im Rahmen des evolutionären Prozesses das Gefühl der Angst als ein notwendiges Warninstrument vor bedrohlichen Ereignissen. Große Bereiche der Flucht oder Angriffsmechanismen sind bis heute genetisch gespeichert und auch ohne tatsächliche (Jagd-)Erlebnisse abrufbar. In Versuchen mit Menschen, bei denen man durch bildgebende Verfahren die Gehirnaktivität auf einem Bildschirm darstellen kann, stellte man fest, dass Bilder gefährlicher Tiere auch bei denjenigen das Angstzentrum anregten, die diese Tiere aufgrund geografischer oder sonstiger Umstände nachweislich noch nie gesehen oder davon gehört hatten. Man vermutet daher, dass solche Erfahrungen auch visualisiert genetisch weitergegeben werden können.</p>
<h2><strong>Heute: Eine Welt zwischen McDonald’s und Facebook</strong></h2>
<p>All diese Entwicklungen ließen sich nur mit einem Wachstum des Gehirns realisieren. Der Gang wandelte sich von halb gebückt zu vollends aufrecht. Da sich das weibliche Becken unter Einfluss des aufrechten Ganges und der damit einhergehenden Versteifung nicht mehr unbegrenzt an den wachsenden Kopfumfang des Neugeborenen anpassen konnte, musste dieses zu einem biologisch immer weiter vorverlegten Termin der Reifung zur Welt kommen – was eine wesentlich längere Brutpflege bedeutete, wenn wir das mit den Reproduktionszyklen anderer Tierarten vergleichen.</p>
<p>Die Evolution stoppte daher die Entwicklung bis zur sexuellen Reife für einige Jahre, wodurch eine längere Zeit von Kindheit und Jugend entsteht, in der alle überlebensnotwendigen Fähigkeiten erlernt werden müssen. An dieser Stelle sei mir ein kleiner Seitenhieb gestattet: Schaue ich mir heute unsere pubertierenden Zöglinge an, habe ich manchmal große Zweifel an ihrer Überlebensfähigkeit. Wenn wir unseren Kindern nur eine Welt zwischen McDonald‘s und Facebook präsentieren, machen wir sie zu fettleibigen, unmündigen und sozial verarmten Mitgliedern der Gesellschaft.</p>
<h3>Schwitzen: Der Unterschied zu Tieren</h3>
<p>Doch nun zurück zu unseren Vorfahren. Ein anderes, wenig bekanntes Unterscheidungsmerkmal zu den Tieren, das nur wir Menschen haben, ist das Schwitzen am gesamten Körper. Die ersten Primaten regulierten ihre Körpertemperatur wie alle Säugetiere über die Atmung. Deshalb hechelt unser Hund. Der größte mögliche Umfang der Zunge schränkt allerdings stark die maximale Abgabe der Wärmemenge ein. Erst der Mensch nutzte zur Wärmeabfuhr den ganzen Körper und wurde damit in puncto Ausdauer und Anpassungsfähigkeit den meisten Tieren überlegen. Außerdem ermöglichte das Schwitzen, selbst unter großer Hitze oder Anstrengung die Kommunikationsfähigkeit über Sprache zu erhalten – wer hechelt, kann nicht sprechen. Nur Schwitzen allein reichte nicht aus, physikalisch bringt erst die Verdunstung der Flüssigkeit auf der Haut den entscheidenden kühlenden Effekt. Anforderung an die Evolution war also, das Fell am Körper verschwinden zu lassen. Der Kopf blieb bedeckt, als Schutz vor der Sonne. Später entwickelte der Mensch, als Ersatz für die Behaarung, die schützende Kleidung, die ihm das Überleben auch in kälteren Regionen ermöglichte. Hier sei auch ein kleiner Hinweis an alle Vertreter der Sektion „Schweiß ist ekelig“ erlaubt: Es handelt sich beim Schwitzen um einen lebensnotwendigen und natürlichen Vorgang, und frischer Schweiß enthält unter anderem Duftstoffe, die sexuell erregen können. Betonung liegt hier auf frischem Schweiß!</p>
<h2><strong>In unseren Genen liegen Anteile der Neandertaler</strong></h2>
<p>Mit all den oben aufgeführten Merkmalen sind wir jetzt wieder ungefähr beim Neandertaler. Er hat ebenfalls schon sehr hominide Züge und wird daher als Homo sapiens neanderthalensis bezeichnet. Er hat die bekannte flache Stirn und einen noch sehr gedrängten, untaillierten, kräftigen Körper. Er war vermutlich der Erste, der bei bis zu minus 30 Grad mittels Schutzbekleidung, in diesem Falle noch Tierfelle, überleben konnte. Er tritt im europäischen und asiatischen Raum zeitgleich mit dem Homo sapiens sapiens auf.</p>
<p>Wer glaubte, dass wir genetisch nichts mehr vom Neandertaler in unserer Erbsubstanz finden, der musste sich kürzlich eines Besseren belehren lassen. Ganz aktuelle DNA-Untersuchungen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig  weisen eindeutig nach, dass sich vor ca. 80.000 Jahren in Asien die beiden Rassen gepaart haben und daraus Nachkommen entstanden. Obwohl die Neandertaler ausgestorben sind, haben wir in unseren Genen noch heute einen Anteil unserer Vorfahren von 1–4 Prozent. Wenn Sie also mal wieder ihren Mann mit den Worten kritisieren „Du benimmst dich wie ein Neandertaler!“, wissen Sie jetzt auch, woher dies kommt!</p>
<p>Dass hier gleich zweimal „sapiens“ (lateinisch = wissend) hinter dem Homo steht, hat seine Bedeutung darin, dass dieser Teil des homininen Stammbaums unserem heutigen Menschenbild schon sehr ähnlich ist und wir genetisch die größte Übereinstimmung damit finden. Der Neandertaler erfreut sich allerdings umgangssprachlich einer so großen Beliebtheit, dass ich ihm hier noch einige Zeilen mehr widmen möchte. Seine intellektuellen Fähigkeiten waren schon sehr ausgeprägt. So beherrschte er das Werkzeugmachen, das Feuer und die Jagd. Es gab kultartige Handlungen, meist auf die nahrungsbringenden Tiere ausgerichtet.</p>
<h2><strong>Die Männer jagten, die Frauen lebten in der Gemeinschaft</strong></h2>
<p>Der Neandertaler wusste auch schon um die Begrenztheit seines Lebens und gab den Toten Gegenstände für das Leben danach mit in die Gräber. Die Männer jagten, und die Frauen lebten in Hütten/Höhlen in einer (Dorf-)Gemeinschaft. Dort waren sie für die Aufzucht der Kinder und die Zubereitung der Speisen zuständig, eben das Haushalten. (Ich sehe es förmlich vor mir, wie es jetzt bei der einen oder anderen geneigten Leserin  zu heftigem Widerspruch bezüglich der daraus resultierenden genetischen Disposition kommt – aber es hilft ja nichts, so war es eben!)</p>
<figure id="attachment_636" aria-describedby="caption-attachment-636" style="width: 419px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920.jpg"><img class="wp-image-636" src="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-300x200.jpg" alt="" width="419" height="279" srcset="https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-300x200.jpg 300w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-768x512.jpg 768w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920-1024x683.jpg 1024w, https://gen-gesundheit.org/wp-content/uploads/2017/10/summer-2391348_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 419px) 100vw, 419px" /></a><figcaption id="caption-attachment-636" class="wp-caption-text">© O12 / Pixabay.com</figcaption></figure>
<p>Ein gravierender Unterschied des Neandertalers zum Homo sapiens sapiens war, dass sich bei den Neandertalern merkwürdigerweise keine ausgeprägten Zeugnisse von Kunst finden lassen. Weder Malereien oder Figuren noch filigraner Schmuck. Diese neuen Errungenschaften brachte erst der Homo sapiens sapiens hervor, der den Neandertaler vor ca. 27.000 Jahren verdrängte, weil er vermutlich geschickter bei der Jagd und der allgemeinen Lebensführung war und sich so schneller vermehren konnte. Erst bei dieser Menschengattung ergaben sich viele insbesondere kognitive Fähigkeiten wie das Sammeln von Informationen und deren gesteuerte Weitergabe oder die Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Mensch war nun erstmals in der Lage, sein Leben distanziert zu betrachten und nach dem Warum und Weshalb zu fragen. Das Dasein nahm gewaltig an Komplexität zu. Ebenso bekam die Sexualität eine andere Dimension, da sie nicht mehr auf die Zeit der Läufigkeit begrenzt war. Es entwickelte sich zudem die Scham, eine bei Tieren unbekannte Gefühlsregung. Die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale waren deutlich sichtbar, und es gab eine quasi jederzeit verfügbare Sexualität der Frau, nur kurz unterbrochen von der Periode.</p>
<h2><strong>Ackerbau und Viehzucht als großer Entwicklungsschritt</strong></h2>
<p>Der nächste große Entwicklungsschritt der Menschheit war die Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Seit 1,9 Millionen Jahren auf Wanderschaft, ermöglichte diese Entwicklung vor erst ca. 8.000 Jahren das gesicherte Wachsen der Population, denn man war nicht mehr vom Jagdglück allein abhängig. Es konnten sich größere Dörfer bilden, daraus Städte und letztendlich sogar Staaten. Der Begriff Eigentum entwickelte sich, mit anderen Worten: Der Ärger ging so richtig los!</p>
<h2><strong>Fassen wir nun zusammen, was der Mensch im Laufe seiner Entwicklung gelernt hat:</strong></h2>
<h3><strong>Sammeln und Jagen</strong></h3>
<p>Um dies tun und danach die Beute an die Stellen bringen zu können, wo sie gebraucht oder gelagert werden sollte, war ein dreidimensionaler Orientierungssinn nötig. Wer sich gut orientieren konnte, war schneller in der Beschaffung und im Heimkehren. Wer es nicht konnte, war auf das direkte Nahrungsumfeld angewiesen und ging bei Mangelsituationen früher unter. Mehr Muskeln und ihr schnellerer Aufbau förderten Kraft und Ausdauer beim Mann. Noch heute brauchen Frauen grundsätzlich mindestens dreimal so lang, um einen Muskelaufbau zu erzeugen, wie ein Mann und dann nur in einem kleineren Maßstab, denn es fehlt das Testosteron!</p>
<h3><strong>Angriff oder Flucht</strong></h3>
<p>Diejenigen Spezies, die jagten oder die Gejagten waren, mussten in Sekundenbruchteilen entscheiden, in welche Richtung agiert werden musste. Angst war das natürliche Warnsignal für Gefahr und hat eine Kette von hormonellen Veränderungen zur Folge, die den Körper auf den zu erwartenden Angriff vorbereiten sollten.</p>
<p>Frauen lebten in der Gemeinschaft der anderen Frauen und älteren Teilnehmer der Gruppe. Sie bewegten sich nicht weit von ihrem Aufenthaltsort weg und waren eher feinmotorisch entwickelt. Sie sorgten für die Aufzucht der Kinder, wobei die Rangposition der einzelnen Frau in der Gemeinschaft der Gleichgeschlechtlichen sehr wichtig war. Für eine akzeptierte Frau bedeutete dies Schutz und Hilfe im täglichen Überlebenskampf und gesicherte Kindesaufzucht. Denn falls die Mutter durch Gewalteinwirkung verstarb, was zu diesen Zeiten an der Tagesordnung war, so übernahmen die anderen Mütter die Kinder.</p>
<p>In dieser Gemeinschaft der Frauen war nicht unbedingt Muskelstärke die ausschlaggebende Kernkompetenz, sondern die Integrationskraft und das soziale Netzwerk. Ansonsten galt das Recht des Stärkeren, und Fehlverhalten führte immer zu körperlicher Bestrafung der Schwächeren, meistens eben der Frauen. Über die Evolution des Sexualverhaltens wissen wir nur sehr wenig, da es sich um ein Verhalten handelt, das sich leider nicht so häufig in alten Steinwerkzeugen oder Tonscherben manifestierte. Bemerkenswert und einzigartig im Vergleich zur Tierwelt ist, wie bereits beschrieben, die Sichtbarkeit der Geschlechtsmerkmale, die freie Verfügbarkeit des Weibchens und die die Fruchtbarkeit der Frau überdauernde Zeugungsfähigkeit des Mannes.</p>
<h3><strong>Monogamie oder Promiskuität?</strong></h3>
<p>Bei der Auswahl der passenden Partner suchen beide instinktiv immer die bestmögliche Lösung für optimale Nachkommen und deren Aufzucht. Alle Reproduktionsmechanismen der Natur – und daher auch die in unseren Genen verankerten – versuchen die effektivste und schnellste Form der Fortentwicklung der Rasse zu finden, angepasst an die Umgebung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ob wir es bewusst wahrnehmen wollen oder nicht, unsere Gene tun es!</p>
<p>Wenn es um den Punkt geht, ob wir eher zur Monogamie oder zur Promiskuität neigen, gibt es in der Literatur keine eindeutigen Belege, und je nach der gelernten Weltauffassung des einen oder anderen Autors finden sich gegenläufige Betrachtungen und Ergebnisse. Nun zur Frage nach der Entwicklungsgeschichte der Sexualität. In der vergleichenden Betrachtung im Tierreich kommen dabei die Hylobates, zu denen die Gibbons und Siamangs zählen, die beiden Schimpansenarten, die Gorillas und der Orang-Utan infrage. Es gibt dabei keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob nun eher eingeschlechtliche, mehrgeschlechtliche, Einzel- oder Mehrfachbeziehungen genetisch geprägt sind, denn fast alle sexuellen Spielarten sind vertreten. Orang-Utans haben eine semisolitäre Lebensweise: Die Männchen sind Einzelgänger, bis auf die Zeit der Paarung. Sowohl Gorillas mit ihren Haremsgruppen als auch Schimpansen mit ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Promiskuität („jeder mit jedem“) werden dem polygamen (Mehrfachbeziehungen) Umfeld zugerechnet; Gibbons sind im Vergleich dazu streng monogam (Einfachbeziehungen).</p>
<h3><strong>Sexualverhalten homogen verteilt</strong></h3>
<p>Innerhalb der einzelnen Spezies ist das Sexualverhalten somit weitestgehend homogen verteilt, so dass ich hier eher nicht von einer eindeutigen genetisch festgelegten Prägung ausgehen würde. Da die Schimpansenvorfahren in dem für die Menschwerdung relevanten Zeitraum noch nicht nachweisbar sind, vermutet man, dass sie sich erst durch Abspaltung von der menschlichen Stammeslinie entwickelt haben. Das erklärt auch die Aussage von Yves Coppens, einem der bekanntesten französischen Paläontologen und Paläoanthropologen, auf dessen Erkenntnisse ich in diesem Kapitel vielfach zurückgegriffen habe. Er moniert das „schier unglaubliche Fehlen jeglicher Prä-Schimpansen und Prä-Gorilla-Fossilien“, während Frühmenschen und/oder Australopithecinen schon Afrika durchstreiften. Unserem genetischen Verwandtschaftsgrad zum Schimpansen widerspricht dies nicht: Vor 20 Millionen Jahren können sich Prä-Hylobates und andere Hominiden getrennt haben, während Vormenschen und Prä-Panidae sich erst vor 3 Millionen Jahren genetisch voneinander entfernt haben. Eine Festlegung, ob wir nun genetisch eher monogam sind oder nicht, halte ich beim heutigen Stand der Wissenschaft für immer noch spekulativ.</p>
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